Der Abstimmungskampf zu den Abstimmungen vom Wochenende ist bald zu Ende. Ich hoffe, dass Sie abstimmen gegangen sind oder dies am Wochenende noch tun werden. Wir können mit gutem Gewissen Nein zur Senkung des Umwandlungssatzes sagen. Den Finanzmärkten geht es wieder besser. Wir müssen den Satz nicht auf Vorrat senken, nur damit die Aktionäre der Versicherungsunternehmen grosse Gewinne abführen können. Ich bin sicher, dass wir diese Abstimmung gewinnen werden. Sollten die Probleme einmal mehrmals nacheinander entstehen, kann man den Satz jederzeit anpassen.
Wir sind gleichzeitig im Grossratswahlkampf. Dieser dauert noch bis am 28. März. Die Wahlcouverts werden nach dem 8. März eintreffen. Auch ich habe einige Plakate aufhängen lassen. Nur habe ich das Gefühl, dass diese Schwindsucht haben. Mehrere Plakate wurden einfach entfernt. Andere stehen wunderbar... Einige auch illegal. Item. Ich habe noch nie ein Wahlplakat einer anderen Partei heruntergerissen und erwarte eigentlich auch, dass dies die politischen Gegner auch nicht tun.
Heute habe ich über Facebook erfahren, dass die grosse Partei mit dem grünen Logo, die aber nicht grün im politischen Sinne ist, eine Petition für den Erhalt der Oberaargauer Ambulanzen starten will. Offenbar geht es um die beiden Standorte Huttwil und Niederbipp. Jetzt werden mir sogar die Themen geklaut... Das Thema verfolge ich bereits seit längerem. Ich publiziere deshalb hier meinen Leserbrief vom 3. Februar 2010:
Zu Gesundheitszentren gehört eine Ambulanz
Das Spital Niederbipp soll also auch geschlossen werden. Es war vorauszusehen. Für mich ist unverständlich wie der SRO-Verwaltungsrat Salamitaktik gefahren ist: Zuerst das Spital Huttwil schliessen, dann das Spital Niederbipp. Erst Ende Oktober wurde mit dem Masterplan für den Ausbau des Spitals Langenthal die Katze aus dem Sack gelassen und eine Zukunftsperspektive vermittelt. Hätte man von Anfang an klar kommuniziert und die Konsequenzen für den ganzen Oberaargau aufgezeigt, wäre viel weniger Geschirr zerschlagen worden. Wir haben gelernt: Nur das Spital Langenthal kann im Gesundheitsmarkt überleben. Dank den 75 Millionen Franken, die der Grosse Rat für die Erneuerung des Spitals Langenthal (doch) gesprochen hat, kann SRO sich mit Langenthal in eine gute Stellung bringen. Würde irgendjemand einmal auf die Idee kommen das Spital Langenthal sei auch zuviel, dann werden wir Oberaargauerinnen und Oberaargauer auf die Barrikaden steigen. Wir brauchen ein Spital in unserer Region, damit die Gesundheitsversorgung gewährleistet werden kann. In Niederbipp und Huttwil bestehen oder entstehen moderne Gesundheitszentren. Es bleibt zu hoffen, dass die Hausärzte und die Patientinnen und Patienten deren Dienstleistungen nutzen werden. Am wichtigsten für die Versorgungssicherheit ist aber: Zu jedem Gesundheitszentrum gehört eine Ambulanz. In Huttwil und Niederbipp sind auch die Strassenrettungsstützpunkte der Feuerwehr vorhanden, welche die Ambulanz optimal ergänzen. Trotz Spardruck muss im ganzen Oberaargau eine Ambulanz innert nützlicher Frist verfügbar sein (die genaue Frist steht auch noch zur Diskussion). Mit den drei Ambulanzstandorten Niederbipp, Langenthal, Huttwil ist dies gewährleistet. Damit dies so bleibt, muss in den kommenden Jahren im Grossrat gekämpft werden.
Adrian Wüthrich, Gemeinderat und Grossratskandidat, Huttwil
Hier bei der Übergabe der fast 11'000 Unterschriften für die Petition für einen starken Spitalstandort Huttwil vom Juni 2007: