Abstimmung Kanton Bern: Ja zum Volksvorschlag!
| Von wuethrich @ 21:35 | [ Politik ] |
Heute erhielt ich mit der Post den Ja-Prospekt für die kantonale Steuer-Volksabstimmung vom 24. Februar 2008. Der Slogan ist reisserisch geschrieben: Es wird mir mehr Geld versprochen, wenn ich die Grossratsvorlage zum Steuergesetz annehme und den Volksvorschlag ablehne. Das stimmt so nicht. Es kommt nämlich auf das konkrete Einkommen an, das eine Person hat.
Der Volksvorschlag ist weitgehend gleich ausgestaltet wie die Grossratsvorlage. Es gibt vier konkrete Unterschiede (gemäss Homepage der Steuerverwaltung):
- Die Kinderabzüge sollen von CHF 4'400 auf CHF 6'300 (statt CHF 6'000) erhöht werden (Artikel 40 StG).
- Der höchste Steuersatz für die Einkommenssteuer soll bei 6.5 Prozent belassen werden (Keine Senkung auf 6.1 Prozent) und die Entlastung des Mittelstandes wird auf Bruttoeinkommen bis gegen CHF 200'000 beschränkt (Artikel 42 StG).
- Der Tarif der Vermögenssteuer soll um durchschnittlich 12 Prozent (statt 24 Prozent) gesenkt werden und der höchste Steuersatz für die Vermögenssteuer soll 1.3 Promille (statt 1.1 Promille) betragen (Artikel 65 StG).
- Die Höchstbegrenzung der Vermögenssteuer soll mindestens 2.4 Promille (statt 2.2 Promille) des steuerbaren Vermögens betragen (Artikel 66 StG).
Damit werden die Familien mehr entlastet und die reichen Steuerzahlenden weniger. Die Grenze ist etwa bei 150'000 Franken, ab 150'000 Franken Lohneinkommen fährt man mit der Grossratsvorlage besser. Aber ehrlich gesagt, diese Leute verdienen dann auch viel mehr und können gut etwas mehr Steuer bezahlen.
Mit dem Volksvorschlag werden die Familien (zwei Kinder, 1 Lohneinkommen) bis etwa 170'000 Franken Lohneinkommen sogar mehr entlastet (bis fast 14% oder bis 170 Franken). Es mag wenig sein, aber doch ein ansehnlicher Betrag.
Der Kanton Bern wird bei Annahme des Volksvorschlages 51 Millionen Franken weniger Steuersenkungen gewähren (weil höhere Einkommen weniger entlastet werden). Dadurch kann der Kanton Bern seine Finanzpolitik weiterführen. Schliesslich müssen auch die Schulden in Zukunft langsam abgebaut werden (immer noch über 7 Milliarden). Senkt der Kanton Bern die Steuern zu stark, müssen weitere Leistungen abgebaut werden (Druck auf Spitäler, auf den öffentlichen Verkehr, auf die Polizei, die Schulen, etc. würde weiter steigen).
Überlegen Sie sich also gut, ob Sie den reichsten Mitbürgerinnen und Mitbürgern (d. h. Einkommen über 150'000 Franken Lohneinkommen) die Steuern noch stärker senken wollen. Ich stimme Nein zur Grossratsvorlage, JA zum Volksvorschlag und mache ein Kreuz für den Volksvorschlag (Beispiel unten).
Mehr Informationen: www.volksvorschlag.ch





