Die letzten Tage waren sehr intensiv. Nicht nur beruflich, sondern auch beim ehrenamtlichen Engagement und beim Wahlkampf. So begreife ich manchmal ehemalige politische Mitstreitende, die genung vom politischen Engagement haben und sich von der Politik zurückziehen. Mein Wille die Politik mitzugestalten ist aber unverändert hoch. Auch wenn politische Prozesse langsam, das Resultat nicht auf den ersten Blick sichtbar ist und der Umgang mit anderen wegen der politischen Tätigkeit angespannt ist.
Ich freue mich deshalb auf die Arbeit im Gemeinderat. In der Exekutive werden konkrete Projekte vorangetrieben. Sei das jetzt in meinem Fall die Umsetzung der Strommarktliberalisiserung und der Ersatz alter Wasserleitungen im Ressort Industrielle Betriebe, die Anschaffung einer neuen Autodrehleiter für die Feuerwehr im Ressort öffentliche Sicherheit oder die Führung und die Vertretung der Gemeinde als Gemeindevizepräsident oder Gemeindepräsident. Am 8. Dezember weiss ich mehr.
Damit wären wir beim Thema. Den Rückmeldungen der letzten Tagen zu Folge wird mein Blog in der aktuellen Phase aufmerksam gelesen. Das freut mich natürlich. Ich bin auch gerne bereit Diskussionen zu meiner Meinung und meiner Arbeit zu führen. Ich bin lernwillig und kritikfähig.
Die Wahl hat Huttwil sicher Profil gegeben. Das Medieninteresse an der Wahl ist offenbar überdurchschnittlich hoch. Die Geschichte betreffend Herd- und Burgergemeinde in der Berner Zeitung kurz vor den Wahlen hat mich überrascht. Obwohl mir Brisanz des Themas bewusst war, konnte ich auf die Anfrage des Journalisten nicht nichts sagen. Als Gemeindepräsident muss man sich auch in heiklen Situationen äussern. Ich bin zudem immer für Ehrlichkeit in der Politik. Ich stehe deshalb dazu, dass ich über die Parteinahmen der Burger- wie der Herdgemeinde enttäuscht bin und dies nicht richtig finde. Wir wollen aber aus einer Mücke keinen Elefanten machen.
Ich freue mich bald konkret an die Arbeit zugehen. Bevor der „Wahlkampf“ ums Gemeindepräsidium am Sonntagmittag endet, will hier auf einige Punkte, die mir zu Ohren gekommen sind antworten.
„Wüthrich sei schlecht für das Gewerbe“
Das sagt man SP-Kandidierenden immer nach. De Facto, in der konkreten Regierungsarbeit kann man dies aber nicht behaupten. Das Gewerbe und die Detaillisten bieten so viele Arbeitsplätze an, dass sie schon nur deswegen ernstzunehmende Player sind und wichtige Anliegen haben. Die Geschäfte gehören auch zur Visitenkarte einer Gemeinde, gerade in Huttwil. Ich bin Betriebswirtschafter und habe gelernt wie man ein Unternehmen führen soll. Die Theorie konnte ich mit meinem Bruder in die Praxis umsetzen und mit ihm die Wüthrich Haustechnik GmbH in Kleindietwil gründen. Ich verstehe deshalb die Sorgen und Ängste auch der Selbstständigerwerbenden. Natürlich gehören für mich auch die Arbeitenden zur Wirtschaft und verdienen ebenso das Augenmerk der Politik. Konkret würde mir für Huttwil folgende Idee vorschweben: Waren Sie auch schon in den grossen Heim- und Hobbymärkten der Grossverteiler? Da werden die verschiedenen Warengruppen mit Schildern visualisiert. Umgesetzt auf das „Städtli“ Huttwil könnte man entlang der Durchgangsstrasse in geeigneter Form Hinweistafeln machen „Bäckerei“, „Optiker“ oder „Herrenmode“. Damit könnte man den Geschäften von Huttwil sicher einen Nutzen bringen.
„Wüthrich missbraucht Kandidatur um seiner Karriere Schub zu verleihen“
Das kann man so sehen. Man verkennt an dieser Stelle, dass ich das drittbeste Resultat habe und die mich unterstützenden Parteien 40.3 Prozent Wähleranteil haben. Schaut man einige Gemeinden im Kanton Bern an, sind Kampfwahlen ums Präsidium nichts Unnatürliches. Auch meine bisherige Tätigkeit im Bereich Management und Politik spricht sicher nicht gegen eine Kandidatur. Ich bin überzeugt auch wichtige Impulse für Huttwil geben zu können. Das Gemeindepräsidium ist ja kein Job eines Einzelkämpfers, sondern eines Teamchefs. Im Team ist der Gemeinderat, die Kommissionen, die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung und weiteren Beteiligten (Stakeholdern). Zudem sei noch hinzugefügt: Soll ich mich nicht mehr engagieren? Hat man nicht nach den letzten Grossratswahlen öffentlich bedauert, dass Huttwil in Bern nicht mehr vertreten ist? Es ist für mich deshalb unverständlich, dass man denjenigen, die den Kopf etwas hinausstrecken, den Mund verbieten will (überspitzt gesagt). Mein regionales und kantonales Engagement soll auch Huttwil zu Gute kommen. Am 28. März 2010 finden die Grossratswahlen statt. Weitere allfällige Kandidatinnen und Kandidaten sollten langsam bekannt werden...
„Wüthrich macht einen unfairen Wahlkampf“
Dabei kommt es wohl auf den Blickwinkel an. Ich bin mir nicht bewusst, dass ich extra und öffentlich einen unfairen Wahlkampf geführt hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe keinen "Dreck" geworfen. Dass ich die Ängste, die wegen meiner Kandidatur geschürt werden, nicht immer verstehen kann und ich dies in (meinem) Blog äussere, ist mein Recht. Der Blog ist ja gerade dazu da, dass man mir die Meinung sagen kann. Zu jedem Beitrag kann man einen Kommentar verfassen. Dass umgekehrt auch "gewaschen" ist, zeigen einige Sätze, die ich hier erwähne (scheint mir nicht unfair, sondern einfach eine Beteiligung an einer öffentlichen Auseinandersetzung). Wenn mein politischer Konkurrent mit dem Slogan „Für konstruktive und erfolgreiche Lösungen, Für mehr Sachverstand, für eine bessere Zusammenarbeit“ wirbt oder seine Partei im UE von letztem Samstag schreibt „Sachliche Gründe würden für die Wahl von Muralt sprechen: Das Ansehen von Huttwil, die Vorbildfunktion für die Jugendlichen, ... wären damit sichergestellt“. Wie soll ich solche Aussagen auffassen? Auch als unfair?
Der Satz im UE in derselben SVP-Medienmitteilung lässt mich allerdings hoffen, dass nach dem Wahlgang eine konstruktive Zusammenarbeit möglich ist: „Die SVP Huttwil spricht sich wie bisher für eine breite und demokratische Verteilung der Behördenarbeit ... aus.“ Der Tatbeweis muss von allen Seiten gemeinsam erbracht werden. An mir soll es nicht fehlen.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Weihnachtsmärit. Am Sonntag bin ich übrigens ab 13 Uhr im Restaurant Stadthaus und um 14 Uhr an der Medienorientierung im Gemeinderatszimmer anzutreffen. Am Schluss: An alle Huttwilerinnen und Huttwiler: Wählen und abstimmen nicht vergessen!