Heute ist im Langenthaler Tagblatt erneut über die neue SVP-Partei zu lesen. Rückblick: Nach dem Ausschluss der SVP Graubünden und weiteren Verfehlungen von Zürcher-Rechten haben sich einige SVPler den Mut zusammengeschlossen und eine neue Partei gegründet. Dass es einmal soweit kommt, habe ich nicht für möglich gehalten. Aber offenbar bestand die Option "neue Partei" immer in gewissen Berner-SVP-Hinterköpfen.
Nun heisst die neue SVP-Partei eben Bürgerlich-demokratische Partei (BDP). Das Langenthaler Tagblatt erläutert im Artikel die Abkürzung nicht einmal mehr, obwohl die Partei noch nicht einmal sieben Monaten besteht. Im Oberaargau besteht erst eine Sektion. Nun können es die regionalen Medien kaum erwarten, bis weitere Sektionen im Oberaargau gegründet werden. Am 10. März 2009 wird dann die Regionalpartei Oberaargau gegründet, um den Grossratssitz von Dieter Widmer zu halten (ich hoffe, dass Dieter Widmer noch genügend Zeit hat, um auch für den SRO-Ambulanzstandort Huttwil zu kämpfen...).
Auch ich schliesse mich der Neugier der Medien an und frage mich, wo die heute in der Zeitung angekündigten 8 (!) Sektionen im Oberaargau entstehen könnten? Die grössten Gemeinden in der Region Oberaargau sind Langenthal, Herzogenbuchsee und Huttwil. Wird es in diesen Gemeinden neue Parteien geben? Es wird spannend werden. Zuerst wird es in Roggwil eine Sektion geben.
Als SP-Mitglied kümmern mich die BDP-Entwicklungen eigentlich nicht. Aber aus politikwissenschaftlicher Sicht (die im Rahmen meines Studiums nicht unwichtig war) sind die Vorgänge natürlich höchst spannend. Die BDP ist gemäss heutigem Artikel ja nicht nur Sammelbecken ehemaliger, enttäuschter SVP-Mitglieder, sondern auch interessant für Personen, die bisher keiner Partei angehört haben. Was muss also geschehen, damit die Leute wieder vermehrt in Parteien aktiv werden?
Ich bin froh, dass die SP ein breites Meinungsspektrum zulässt und damit fertig wird. Wenn ich Richtung Deutschland schaue, dann haben in der SP Deutschland vor ein paar Jahren BDP-ähnliche Vorgänge ihren Lauf genommen. Wobei ich in beiden Fällen der Meinung bin, dass vor allem die aktuellen Führungskader ein Problem miteinander haben. Das Interview, das ich von Herr Müntefering (SPD-Vorsitzender) hörte, in dem er über Oskar Lafontaine (Die Linke) urteilte, kam mir etwa so vor wie regionale SVP-Mitglieder am Stammtisch nun über die BDP-Dissidenten wie BDP-Präsident Hans Grunder reden.
Was hat die BDP für eine Auswirkung auf die Oberaargauer Politik? Was meinen Sie? Meiner Meinung nach, wird sie der SVP und der FDP Stimmen abnehmen. Aber eben auch der SP. Für die SP ist das schwieriger als für die anderen bürgerlichen Parteien. Im Kanton Bern hat ja die bürgerliche Zusammenarbeit zwischen SVP und FDP über Jahre bestens funktioniert, ob da nun eine dritte Partei dazu kommt ist einerlei. Aber was meinen Sie? Kommentare können mit einem Klick auf "Kommentar" unterhalb des Bildes abgegeben werden.
Bundesrätin Widmer-Schlumpf (BDP) wurde Schweizerin des Jahres 2008: