2009-08-31

Carl Albert Loosli Lesung in Dürrenroth und Jugendförderung des Skiclubs Walterswil

Von wuethrich @ 10:27 [ Varia ]

Den gestrigen Tag verbrachte ich mit Kultur und Sport. Die Lesung im Restaurant Bären in Dürrenroth mit Texten des Berner Schriftstellers Carl Albert Loosli hat mich sehr interessiert. Von Ernst Leuenberger erhielt ich die gesamte Werkausgabe von Looslis Werk geschenkt. Ich habe noch nicht alle Bücher gelesen. Das Buch Anstaltsleben ging mir unter die Haut. Seither gehe ich jeweils mit einem komischen Gefühl zum Schloss Trachselwald (Loosli war im Heim neben dem Schloss eingesperrt).

Das letzte Buch "Mys Ämmitau" erhielt ich von Ernst Leuenberger Ende April per Post geschickt. Es war das letzte Zeichen, das ich von Ernst erhielt. Ich habe ab und zu mit Ernst über Loosli diskutiert. Schon damals hat er mitgeholfen das vergessene Werk von Loosli wieder einer breiten Öffentlichkeit in Erinnerung zu rufen und war Mitglied der Stiftung.

Auch die Burgdorfer Stadtpräsidenten Elisabeth Zäch war an der Lesung gestern in Dürrenroth anwesend. Das Treffen hat mich sehr gefreut. Elisabeth hatte als frühere Buchhändlerin einen Bezug auch zu Looslis Werk.

Paul Niederhauser hat die Texte vorgetragen - alle auswendig und im besten emmentaler Berndeutsch. Zwischen den Texten hat er so allerlei Interessantes über Loosli erzählt. Er war ein unbequemer Mensch seiner Zeit. Aber sehr intelligent. Auf seinen Reisen nach den schlimmen Jahren in den Heimen ist er im Ausland den Drogen verfallen und wurde in die Psychiatrie eingeliefert. In Rüegsauschachen wohnte er anschliessend, ehe er nach Bümpliz zog. Er hat sich immer für die Randständigen eingesetzt. Heuer war Looslis 50. Todestag (1877 bis 1959). Mehr zu Loosli findet man im Internet. Leider ist die Ausstellung in der Schweizer Nationalbibliothek am Samstag zu Ende gegangen. Offenbar soll 2011 eine Ausstellung in Liestal eröffnet werden.

Nach der Lesung, an der ich viele Gedanke wälzte, fuhr ich nach Walterswil ans Bräteln zur neuen Skisaison der Jugendorganisation des Skiclubs Walterswil. Ich bin stolz, dass unser Skiclub ein solches Programm für die Kinder und Jugendlichen anbieten kann. Falls Sie ihr Kind auch in unsere JO bringen wollen oder selber im Skiclub dem Skisport frönen wollen, melden Sie sich ungeniert bei mir. Schneesport ist zwar kein günstiges Hobby, aber ein sehr schönes. Im Kreise der Familien und Trainerinnen und Trainer genossen wir den schönen Tag bei unserer Brätlistelle im Regellerwald. Dass ich anschliessend mit Sandra unsere Wohnung aufgeräumt und geputzt habe, sei an dieser Stelle auch noch erwähnt.

PS: Den letzten Beitrag habe ich übrigens noch mit einem längeren Text ergänzt. Hier.

 

 

 


2009-08-29

Grünliberale Partei in Huttwil: Mit Nationalrat und Grossratskandidaten

Von wuethrich @ 12:53 [ Huttwil ]

Am Freitagabend hat die Grünliberale Partei Oberaargau nach Huttwil eingeladen. Als interessierter Zuhörer besuchte ich den Anlass und betrat zum ersten Mal das Gebäude der Biketec AG. Zum ersten Mal war eine Besichtigung des Flyer-Werkes der Biketec AG öffentlich ausgeschrieben. Geschäftsführer Kurt Schär führte in gewohnter Manier durch seine Unternehmung (aktuell 80 Arbeitsplätze). Neben dem Produkt Elektrovelo selber legt die Biketec auch Wert auf einen kongruenten Auftritt gegen aussen. So ist das Fabrikationsgebäude nach dem Minergiestandard gebaut worden.

Eine neue Idee präsentierte Schär vor den Anwesenden. In den nächsten Tagen werden alle Flyer-Kunden angeschrieben und angefragt, ob sie für ihren Flyer ökologisch produzierten Stom herstellen wollen. Wenn man dies wünscht, kann man für 1'000 Franken ein halbes Solarpanel mieten. Der Strom, der in dieser Zeit produziert wird, reicht für den durchschnittlichen Verbrauch eines Flyers für ein Jahr. Will man aussteigen, erhält man die 1'000 Franken wieder zurück. Damit finanziert Biketec auf elegante Art und Weise seine Solaranlage. Falls es mehr als 650 Interessierte gibt, hat Schär bereits bei einem Nachbarunternehmer eine Fläche zur Verfügung, wo eine neue Solaranlage gebaut werden könnte. Eine Win-win-Situation nennt man das.

Nach Schär referierte der Präsident der GLP Schweiz und Nationalrat Martin Bäumle (ZH). Er zeigte auf, wie nötig ein Umdenken in der Umweltpolitik ist. Die erneuerbaren Energien müssen gefördert werden und die Schweiz muss von der fossilen Energie (und damit vom CO2) wegkommen. Dies sei möglich ohne einen wirtschaftlichen Nachteil zu erfahren. Bäumle ist von seinen eigenen Berechnungen überzeugt. Sein Verkaufstalent ist wie bei Schär ausgeprägt... Auf die Frage, ob die vom Bundesrat vorgeschlagene CO2-Reduktion bis 2020 von 30 Prozent (im Vergleich zu 1990) zu 100 oder nur zu 50 Prozent in der Schweiz erfolgen müsse, äusserte sich Bäumle vorsichtig. Er sei für eine Einsparung da, wo es am effizientesten sei. Dies könne teilweise im Ausland sein, wo man mit dem gleichen Geld mehr CO2 einsparen könne. Dass aber damit seine kurz zuvor präsentierten Berechnungen betreffend CO2-Ausstoss bzw. –Reduktion in der Schweiz noch stärker als zu positiv gefärbt, beurteilt werden müssen, sei nur am Rande erwähnt.

Die GLP Oberaargau präsentierte am Schluss ihre ersten sechs Kandidierenden für die Grossratswahlen 2010. Interessanterweise kandidiert Kurt Schär himself für den Grossrat. Offenbar hat er mit dem Neubau noch freie Kapazitäten, um sich im Polit-Betrieb in Bern zu engagieren. Ob er als Macher und Unternehmer die demokratische Langsamkeit der politischen Geschäfte ertragen werde, weiss auch Schär noch nicht. Neben ihm kandidiert Schär’s Sohn Andreas Schär, der Diplomat Thomas Kalau, die Parteipräsidenten Astrid Baud, der Melchnauer Jürg Stuker und Thomas Geel aus Wiedlisbach für den Grossrat. Die Kandidierenden sind noch nicht offiziell nominiert. Die GLP Oberaargau will noch weitere sechs Personen suchen, die auf die Liste gehen. Mit wem die GLP eine Listenverbindung eingehen wird und ob überhaupt, konnte ich auch während dem Apéro nicht in Erfahrung bringen... Es wird auf jeden Fall spannend, ob die GLP als neue Kleinstpartei den Sprung von 0 auf 7.7 Prozent Wähleranteil schaffen wird, um ein Mandat zu ergattern. Im Kanton Zürich kam sie bei den Nationalratswahlen 2007 auf 7 Prozent, bei den Stadtratswahlen in Langenthal auf 4,81 Prozent. Es ist kaum anzunehmen, dass sie in der gesamten Region Oberaargau einen höheren Sprung macht. Zumal die hiesige SP ja die grünliberalen Gedanken seit jeher pflegte. Dieses Selbstlob musste nun einfach sein. Weil neu ja immer attraktiv ist, darf sich die SP als gestandene Partei nicht zu die Show stellen lassen.    

 

 


2009-08-25

Dramatische Emails für die SCL Tigers - wird die Rettung erfolgreich?

Von wuethrich @ 00:53 [ Varia ]

Ich habe an dieser Stelle bereits einmal über die Huttwiler Eishockey-Szene geschrieben. Unsere Huttwier Falcons wollen den Sprung in die NLB in dieser Saison schaffen. Ich bin gespannt. Die Finanzierung ist nämlich alles andere als einfach wie die aktuelle Situation der SCL Tigers in Langnau zeigt.

Ich will hier nicht die gleiche Schlammschlacht reiten wie die Weltwoche und der Journalist Urs Paul Engeler. Für mich ist nicht klar wo hier die Vermischung zwischen SVP und BDP sein soll. Das neue Team ist politisch breit abgestützt, man findet FDP, BDP und SP-Exponenten. Egal wer am Ruder ist, man muss Bescheidenheit üben im Emmental. Ich bin deshalb froh, dass neue Kräfte am Ruder sind um einen Neuanfang starten zu können.

Seit jeher war und bin ich SCL-Fan gewesen. Ich bin sogar Aktionär. Wahrscheinlich werde ich auch wieder neue Aktien zeichnen. Der heutige Appell per Email ist so indringlich, dass ich ihn unten gerne wiedergebe... Ich bin gespannt, ob es die Region Emmental schafft, das nötige Geld zusammen zu kriegen. Radio Emme hat die Bevölkerung auf eine ähnliche Weise gerettet.

Ob es allerdings wirklich Aufgabe der Gemeinde ist, sich finanziell an den SCL Tigers zu beteiligen, kann man sich stundenlang streiten. Ich lehne ein solche Unterstützung eigentlich auch ab. Allerding scheint sie in der aktuellen Lage nötig gewesen zu sein, damit der Club weiterbestehen kann. Langnau verdankt den Tigers viel.

Ich freue mich bereits wieder auf mein traditionell einziges Spiel in der kommenden Saison, das ich im Ilfisstadion schauen werde. Ich bin sicher, dass sich die Emmentaler Fans (die weit in den Oberaargau reichen) ihren Club weiterhin kräftig unterstützen.

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Beat hat eine Nachricht an die Mitglieder von SOS - Save the SCL Tigers! Notruf - Rettet die SCL Tigers! gesendet.

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Betreff: Die SCL Tigers leben. Aber es braucht aber ALLE

Am letzten Freitag bei der Pressekonferenz des Vereins "Rettet den Tiger" wurden die Segel für eine mögliche Zukunft der SCL Tigers gesetzt. Im Rahmen dieser Pressekonferenz hat Peter Jakob die Worte gebraucht:

Nun muss jeder hinter dem Ofenbänklein hervorkommen.

Jetzt wird sich definitiv zeigen, ob die Fans die SCL Tigers wollen. Es gibt einen Rettungsanker. Dieser hat jedoch noch einen weiten Weg. Es benötigt die unabdingbare Unterstützung von jedem welcher in einer Form Interesse hat an den SCL Tigers.

Jeder einzelne Franken zählt. Sei dies von der Gemeinde, von Unternehmern, von Sponsoren und auch von den Fans. Es braucht noch einmal den Effort von allen. Sei dies mit der Unterstützung im Stadion. Sei dies mit dem Kauf eines Saisonabos und sei dies mit jedem Getränk, welches konsumiert wird.

Neben all dem braucht es noch einmal hunderte, ja tausende von Spendern, welche noch einmal einen Beitrag spenden. JEDER Franken zählt. CHF 10.00 sind gleich wichtig wie CHF 1000.00.

Die Möglichkeiten zum Spenden sind einfach und trotzdem braucht es Deinen Willen. Auf der Nummer 0901 844 377 spendest Du CHF 10.00. Weitere Möglichkeiten findest Du hier:

www.fantiger.ch und www.rettet-den-tiger.ch

Motivierte Euch, Eure Kollegen, verwandet und Bekannte noch einmal. Die SCL Tigers sollen weiterexistieren. Die Zeichen sind da. Geben wir diesen Zeichen den notwendigen HALT.
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2009-08-21

Kein Losglück: Ich werde nicht SBB-Kundenbeirat

Von wuethrich @ 11:55 [ Varia ]

Heute erhielt ich per Email die Mitteilung, dass ich bei der Verlosung der Plätze im Kundenbeirat kein Losglück gehabt hatte und nicht Mitglied des Kundenbeirates der SBB werde. Natürlich bin ich darüber nicht unglücklich, mein Zeitbudget wird schon so arg strapaziert. Schliesslich engagiere ich mich mit der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) Oberaargau in die gleiche Richtung.

Die Idee eines Kundenbeirates finde ich nach wie vor sehr gut. Wie ich bereits in einem früheren Beitrag ausgeführt habe. Ich hoffe, dass die 25 Kundenbeirätinnen und -Beiräte der SBB wertvolle Tipps geben und nicht locker lassen bei der Forderung nach Verbesserungen. Gerade die Pannen der letzten Tage zeigen, dass die Kundenbedürfnisse wichtige Rückschlüsse geben, um herauszufinden wo anzusetzen ist.

Das System Eisenbahn wurde so stark auf Effizienz getrimmt (und wird noch weiter), dass wir allfällige Pannen akzeptieren müssen. Weil gleichzeitig wird weniger Personal beschäftigt, der Unterhalt ist reduziert und behindert, aber die Leistungen im System öV wurden weiter erhöht. Wir brauchen dringend neue Infrastrukturen, sonst kann das Verkehrsaufkommen nicht bewältigt werden. Ich hoffe, dass der Bundesrat nächstes Jahr dem Parlament vorschlägt, dass 21 Milliarden Franken in neue Schieneninfrastrukturen investiert werden sollen. Es ist dringend nötig.

Hier das Schreiben der SBB:

 


2009-08-20

Gemeindeüberprüfung und Autounfall resp. Strassenrettungsübung

Von wuethrich @ 13:38 [ Huttwil ]

Im Sandwich meiner Arbeit als Gemeinderat war am Dienstag meine „Lohnarbeit“. Am Morgen nahm ich am ersten Teil der Gemeindeüberprüfung durch den Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher teil. Er und seine Mitarbeitenden untersuchten gemäss einem detaillierten Fragebogen, ob die Verwaltung der Einwohnergemeinde Huttwil effizient und effektiv arbeitet. Im ersten Teil betreffend der Führungsaufgaben waren auch die Gemeinderatsmitglieder eingeladen. Schliesslich sollte es der Gemeinderat sein, der die Gemeinde führt. Wobei ich diesen Satz nach einem halben Jahr Erfahrung bewusst mit „sollte“ schreibe (ich erinnere mich an ein spannendes Uni-Proseminar mit dem Titel „Macht – Verwaltung – Politik“).

Soweit ich mitbekommen habe war alles in Ordnung und unser Bauverwalter Martin Bieri hat auf der Bauverwaltung die Verbesserungspunkte der letzten Überprüfung vor vier Jahren aufgenommen und umgesetzt. Natürlich kann man immer noch besser werden, das gilt auch für unsere Verwaltung. Die Aufgaben die unsere Gemeindeverwaltung erledigt sind enorm vielfältig. Sie nehmen auch laufend zu, was mich punkto Finanzen mit Besorgnis erfüllt.

An meinem Arbeitsplatz bin ich dann etwas später erschienen. Ich bin froh, dass mein Job die Gemeinderatsarbeit zu lässt und ich sehr flexibel bin. Nach einer Sitzung der SP-Region-Oberaargau im frühen Abend, an der wir hauptsächlich über die Grossratswahlen diskutiert haben, besuchte ich dann einen Autounfall in Huttwil...

Eigentlich war es eine Übung der Strassenrettungsequipe der Feuerwehr Huttwil. Ein Autounfall an der Kreuzung der Hohlen- und Sonneggstrasse wurde gestellt, bei dem insgesamt vier Verletzte beiteiligt waren (eine Person stand unter Schock und irrte im Quartier herum). Auch zwei Rettungsteams der Spital Region Oberaargau waren mit zwei Ambulanzen an der Übung beteiligt.

Es war meine erste Feuerwehrübung, an der ich vom Anfang bis am Schluss dabei war. Ich konnte mich davon überzeugen, dass wir in Huttwil gut ausgebildete Feuerwehrleute haben, die bei Unfällen auf der Strasse schnell vor Ort sind, erste Hilfe leisten können und Personen aus den Fahrzeugen bergen können.

Für mich Motivation mehr für den Erhalt des Strassenrettungsstandortes Huttwil zu kämpfen. Die Gebäudeversicherung ist aktuell daran die Standorte der Strassenrettungsequipen zu überprüfen. Huttwil muss unbedingt erhalten bleiben. Wir haben das nötige Material, ausgebildete Leute und wir haben kurze Wege für Einsätze in der Region.

Mich hat beeindruckt wie die Männer und Frauen nach ihrem normalen Arbeitstag eine anspruchsvolle Übung motiviert absolvieren und tollen Einsatz geben, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Vielleicht werden Sie oder ich einmal profitieren können. Wir hoffen es nicht. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass im dümmsten Moment Leute da sind, die helfen können. Danke, werte Mitglieder der Strassenrettung Huttwil!

 

 

 

 

 

 


2009-08-11

HarmoS-Podium in Huttwil mit Erziehungsdirektor Pulver ein Erfolg

Von wuethrich @ 23:55 [ Huttwil ]

Heute veranstalteten die Huttwiler Ortsparteien BDP, EDU, EVP, Freie Wähler und SP gemeinsam ein Podium zur kantonalen Abstimmung zum Harmos-Konkordat. Herr Regierungsrat Pulver führte mit einem engagierten Referat ins Thema ein und beantwortete Fragen aus dem Publikum. Dazwischen diskutierten zwei Grossrätinnen und gegen eine Stadträtin und einen Nationalrat. Moderiert wurde das Podium von Bruno Utz, Redaktor beim Langenthaler Tagblatt.

Das Podium fand im neu renovierten Sekundarschulhaus Hofmatt statt. Es sieht schön aus. Die neue Eingangshalle und die renovierten Teile des Schulhauses passen sehr schön zusammen. Ich durfte den Anlass eröffnen und das Schlusswort halten. Die Organisation wurde auch durch mich gemanagt. Es macht mir immer Spass solche Anlässe zu organisieren.

Besonders freut es mich, wenn dann viele Leute kommen. Die Aula war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Voten waren engagiert. Für Nationalrat Christian Waber war es einer seiner letzten Auftritte als Nationalrat. Er wird Ende August zurücktreten. 

Huttwil kam nach letztem Freitag erneut Besuch von einem Mitglied des Regierungsrates. Philippe Perrenoud war letzten Freitag im Gesundheitszentrum (ich versuchte ihn davon zu überzeugen, dass Huttwil weiterhin eine Ambulanz braucht. Allerdings wird die Spital Region Oberaargau AG darüber entscheiden...). Regierungsrat Pulver gefiel das neue Schulhaus übrigens auch.

Inhaltlich war der Anlass hoffentlich informativ. Restlos überzeugen konnten die Anwesenden Referentinnen und Referenten nicht alle Anwesenden wie die Umfrage des Moderators zeigt. 

In Huttwil wird übrigens die Tagesschule mit allen Modulen eingeführt. Dies hat eine Umfrage ergeben. Dies auch wenn Harmos abgelehnt würde... Den zweijährigen Kindergarten ist in Huttwil noch freiwillig. Letztes Jahr gingen 59,5% der Kinder freiwillig bereits ein Jahr früher, heuer etwas mehr 61,9% der Kinder.

Ich für mich weiss, was ich abstimmen werde: Ja. Die Vorteile überwiegen für mich ganz klar.

Ja-Komitee: http://www.ja-zu-harmos.ch/

Nein-Komitee: http://nein-zu-harmos-be.ch/

 

 


2009-08-06

Die letzten Stunden ledig...

Von wuethrich @ 21:00 [ Varia ]

Morgen ist der grosse Tag. Endlich hat das Planen und das "Darüber-Sprechen" ein Ende. Wir heiraten. Zum Glück konnte ich 1. August in Thunstetten schon mal etwas üben wie es ist, wenn man im Mittelpunkt steht. Morgen werden meine zukünftige Frau und ich als frisch vermähltes Paar feiern können. Wir freuen uns.

Um auch im Blog die meist gestellte Frage der letzten vierzehn Tage zu beantworten: Nein, wir sind nicht nervös. Auf alle Fälle heute noch nicht. Vielleicht Morgen. Für mich persönlich kann ich das gleich sagen wie an der 1. August-Rede: Morgen heirate ich zum ersten Mal, am 1. August habe ich aber schon zehn Mal gesprochen. Bei meiner ersten 1. August-Rede in Ursenbach war ich auch etwas nervös. Bin gespannt wie das ist bei meiner ersten - und hoffentlich - letzten Heirat ist...

Mehr unter: www.sandraundadrian.ch

Wir geniessen nun unsere letzten Stunden mit dem Zivilstand "ledig", bevor wir dann "verheiratet" sind. Als Mann habe ich es noch praktisch, ich behalte meinen Namen. Sandra hat da viel mehr zu tun. Sie wird nämlich Wüthrich-Uhlmann heissen. Klassisch. Aber einfacher. Gerade mit Familie. Aber das ist ein Thema, das mit der Heirat mal nichts zu tun hat.

Morgen Freitag, 7. August 2009 um 16.30 Uhr werden wir hier im Schoss Thunstetten heiraten:

 


2009-08-02

Meine 1.August-Rede in Thunstetten - Bützberg

Von wuethrich @ 09:02 [ Politik ]

Es war eine schöne Feier. Hier meine Rede. Sie finden die Rede auf meiner Homepage oder unterhalb des Fotos.

 

1. August-Ansprache in Thunstetten

 

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident,

Sehr geehrte Frau Gemeinderätin und Herren Gemeinderäte,

Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger von Thunstetten - Bützberg,

Liebe Kinder und Jugendlichen,

Geschätzte Bundesfeier-Besucherinnen und -Besucher

 

Wo ich die Einladung zur heutigen 1. August-Feier erhielt und ich die Seite 3 vom Programmheftes überflog, ist mir die grosse Überschrift „De Trueberbueb“ ins Auge gesprungen. Ich dachte im ersten Augenblick, wieso der Hockey-Club mich als „Trueberbueb“ ankündigt. Mit dem Namen „Wüthrich“ bin ich wie jeder 134. SchweizerIn heimatberechtigt in emmentalischen Trub und von daher ein „Trueberbueb“. Beim zweiten Blick wurde mir klar, dass die grossen Buchstaben die Musik nach meiner Rede ankündigen. Sie kennen es ja von einer grossen Boulevardzeitung: Was mit grossen Buchstaben geschrieben ist, beschäftigt die Leute. Politik ist nur in grossen Buchstaben geschrieben, wenn eine Politikerin das Dienstauto mit in die Ferien nimmt oder wenn ein Bundesrat etwas Ungewöhnliches sagt. Ich liefere Ihnen nun auch etwas auf Mundart…

 

Ich komme zum Heimatort zurück. Heute hat der öffentliche Verkehr viele Hundert Schweizerinnen und Schweizer zu einem Aktionspreis zu ihren Heimatorten gebracht. Eine gute Marketing-Aktion hat offenbar die Massen angezogen. Ich verstehe einmal, warum der öffentliche Verkehr Werbung macht. Wer durch diese Aktion den Weg nach Thunstetten gefunden hat, möchte ich speziell begrüssen.

 

Sie sehen, der öffentliche Verkehr bringt die Schweiz zusammen. Dabei wird die Schweiz immer kleiner: Die Menschen kommen dank neuer Tunnels und neuer Strecken schneller von A nach B. Der öffentliche Verkehr eignet sich deshalb gut als 1. August-Thema, weil wir das beste öV-System der Welt haben und Weltmeister sind im Bahnfahren. In keinem anderen Land wird der öV mehr und länger benutzt als in der Schweiz. Wir zahlen aber auch genug dafür und bauen weiter aus. Das Jahrhundertwerk NEAT am Lötschberg funktioniert (wenn der Computer nicht gerade streikt) und halb Europa hat an den Gotthard geblickt als Mitte Juni der grosse Durchstich gefeiert werden konnte. Das soll uns stolz machen. Stolz auf die Schweiz. Aber ich beende diese öV-Werbespot, weil ich weiss, dass ich in Thunstetten mit meiner öV-Euphorie etwas zurückhaltend sein muss, wenn ich an die Bahn 2000 denke.

 

Ich kenne Thunstetten seit meiner Geburt. Ich war oft bei meinen Grosseltern an der Dorfgasse in den Ferien und half auf dem Bauernhof. Einmal – ich kann mich noch erinnern, ich sass hier vorne rechts – habe ich zusammen mit meiner Grossmutter die 1. August-Feier hier im Schloss besucht. Es war meine erste Feier, die ich auswärts besucht habe. Ich weiss allerdings nicht mehr, wer damals gesprochen hat und wann das war. Umso mehr freut es mich, dass ich einmal im Schloss sprechen darf. Und das erst noch eine Woche bevor ich im Gartenpavillon vom Schloss meine Freundin heiraten darf. Ich bin gespannt, ob ich nächsten Freitag nervöser sein werde als bei der heutigen Rede. Es wird meine erste Heirat sein, aber heute schon meine 10. 1.August-Ansprache.

 

Ich bin froh, dass in Thunstetten die Tradition der 1. August-Ansprache noch gepflegt wird. Ich  beobachte mit gewisser Besorgnis, dass diesem Tag die letzte politische Prise genommen wird – oder dass die Prisen einseitig aus einem politischen Lager kommen. Die Festansprachen wurden nämlich in manchen Gemeinden abgeschafft. Da wird nur noch Feuerwerk verbrannt. Eine schöne Gesellschaft. Und ein untrügerisches Zeichen dafür, dass sich unser Verhältnis zum Nationalfeiertag offenbar wandelt. Ich finde es wichtig, dass wir uns mindestens einmal im Jahr Gedanken zu unserem Bundesstaat Schweiz machen und den Zusammenhalt gemeinsam pflegen. Wo kommt die Schweiz her, wo soll sie hin gehen? Der 1. August darf aber niemand für sich alleine pachten. Einige grosse Inserate in den Zeitungen machen diesen Anschein. Jede Politikerin und jeder Politiker egal welcher Partei, ja jede Bürgerin und jeder Bürger soll am Nationalfeiertag etwas zu sagen haben. Auch heuer am 718. Geburtstag der Schweiz.

 

Meine diesjährigen Gedanken zum 1. August schweifen ums Thema Sicherheit. Ich bin gerade in der Ausbildung zum Kompaniekommandant der Schweizer Armee und mit dem Ressort öffentlichen Sicherheit im Gemeinderat Huttwil betraut. Deshalb habe ich mich mit der Sicherheit stark auseinandergesetzt. Die Schweiz ist für mich ein Hort der Sicherheit. Sicherheit zeichnet die Schweiz aus. Wir wurden bis jetzt von schlimmen Ereignissen wie Krieg und Attentaten verschont. Einige meinen wegen dem Réduit, dass jetzt aktuell im Fernsehen gefeiert wird. Sicher auch, aber Sicherheit haben wir auch wegen unserer Demokratie, unserem Rechtssystem und unserer Wirtschaft.

 

Die Sicherheit machen wir uns zu Nutze, zum Beispiel die Banken. Die Schweiz ist trotz Finanzkrise immer noch Gastgeberin für tausende von Franken ausländischer Vermögen. 2005 haben die Banken in der Schweiz ausländische Vermögen von rund drei Billionen Franken verwaltet, was schätzungsweise 30 bis 40 % des weltweiten Offshore-Vermögens entspricht. Die Welt hat ein grosses Vertrauen in uns, weil die Schweiz sicher ist und weil wir das Bankgeheimnis garantiert haben. Auch wenn wir hier an andere Staaten Konzessionen machen mussten, ist die Gefahr nicht so gross, dass wir diese Gelder wegen den neuen Steuerabkommen verlieren werden. Nicht alle dieser Gelder sind illegal in der Schweiz. Aber die Schweiz soll ihre Sicherheit nicht länger jenen zur Verfügung stellen, die in ihren Heimatstaaten Geld hinterziehen wollen. Hier müssen wir Hand bieten für Lösungen. Diese Lösungen müssen aber das Schweizer Recht berücksichtigen. Insofern ist der abgeschlossene Vergleich der UBS mit den USA von zentraler Wichtigkeit. Wir konnten unsere Interessen wahren.

 

Es darf nicht sein, dass andere Staaten unser Recht nicht akzeptieren, wie gedroht wurde. Jetzt konnte das Bankgeheimnis gerettet werden. Die Schweiz muss aber in Zukunft daran arbeiten, damit die internationale Legitimität und das internationale Ansehen wieder hergestellt werden. Wir müssen ehrliche Geschäfte machen. Wir sollten nicht erst auf den Druck anderer Staaten mit irgendwelchen Listen reagieren. Sondern das Heft selber in die Hand nehmen, auch wenn es anfangs etwas weh tun könnte. Dabei können wir den Schweizer Franken auch in heftigsten Zeiten der Finanzkrise als starke Währung attraktiv halten. So wird die Schweiz in der Finanzbranche auch in Zukunft als sicherer Hafen gelten.

 

Wir schliessen für alles Mögliche Versicherungen ab, damit wir Sicherheit haben. Und die Versicherungen schliessen wieder Versicherungen für ihre Risiken ab und so weiter. Das gleiche haben auch die Banken gemacht, bis das Kartenhaus eingestürzt ist. Auch die Sozialversicherungen sollen uns vor verschiedenen Risiken schützen. Dabei gibt es immer wieder solche, die unsere AHV, die IV und die anderen staatlichen Einrichtungen schlecht machen wollen. Ich muss Gleichaltrigen immer wieder sagen, auch meine Generation wird noch eine AHV-Rente erhalten. Gerade jetzt in wirtschaftlich schlechteren Zeiten geben die Sozialversicherungen einen wichtigen Rückhalt für unsere Wirtschaft.

 

Zu denken gegeben hat mir wie die Finanzkrise unseren Pensionskassen zugesetzt hat. Viele Kassen haben an den Finanzmärkten Verluste gemacht. In den letzten Wochen konnten sich die Kassen wieder etwas erholen. Angst müssen wir nicht haben, eine Rente werden wir erhalten, wenn man bei einer Pensionskasse versichert ist. Im Falle einer Pensionskassenpleite würde ein Sicherheitsfonds den notwendigen Schutz der Versicherten bieten. Die Höhe der Pensionskassenrenten ist allerdings nach der Finanzkrise nicht mehr so sicher. Viele Pensionskassen in der Schweiz haben Verluste an der Börse eingefahren und können ihre Verpflichtungen nicht mehr voll decken. Zum Ausgleich der Löcher in den Bilanzen werden die Vermögen weniger gut verzinst und die Versicherten müssen Sanierungsbeiträge leisten. Vielen Leuten ist noch nicht klar, dass die aktuelle Krise in Zukunft ihre Renten massiv verkleinert hat und noch wird. Schauen wir die Durchschnittsrenditen der vergangenen Jahre an, kann es wieder gut kommen. Ob diese Entwicklung nach der jetzigen Krise so weitergehen wird wissen wir nicht. Wenn wir uns aber nicht entmutigen in dieser Krise, wird es mit der Wirtschaft auch den Pensionskassen wieder besser gehen.

 

Eine Krise zeichnet sich ja dadurch aus, dass die Leute unsicher sind über den Verlauf der Zukunft. Viele Staaten haben auf den wirtschaftlichen Abschwung mit Milliarden von Franken reagiert und so die Wirtschaft unterstützt. Sie haben damit Sicherheit geben wollen. Sicherheit, dass alles wieder gut kommt. Sogar die haben nach Staatshilfe gerufen, die normalerweise gegen Staatseingriffe sind. Die Mittel des Staates sind aber beschränkt, wenn es um die Konjunktur geht. Eine Ankurbelung konnten einige Staaten sicher leisten – aber was ist nun mit ihren immensen Schulden? Diese könnten für die Weltwirtschaft auch zum Problem werden. Mit ihren Schulden ist die Schweiz im internationalen Vergleich noch heilig. Der Bundesrat hat auch wenig gemacht punkto Konjunkturprogramm und keine Schulden angehäuft. Ich hätte mit einer grösseren Kelle angerührt und mehr Sicherheit ausgesendet als unser Bundesrat. Erste Anzeichen sind ja sichtbar, dass es auch ohne Konjunkturspritze des Bundes bald wieder aufwärts geht.

 

Sicherheit schaffen wir mit handfesten Dingen: Der Feuerwehr, der Polizei, dem Gesundheitswesen, den vielen Pikettdiensten, wo im Falle eines Ausfalls eines Gerätes sofort zu Hilfe eilen. Wie der Sanitär bei einem Wasserrohrbruch. Oder der Zivilschutz und die vielen Zivilschutzanlagen. Sicherheit schafft auch die Armee. Wir können von Zeit zu Zeit darüber abstimmen, ob wir die Armee noch brauchen oder nicht. Solange wir aber eine Armee haben, sollte es eine sein, wo funktionieren kann. Wenn man unsere Armee nicht mehr ernst nehmen kann, können wir sie gleich abschaffen. Heute rücken junge Männer und Frauen in die Rekrutenschule ein, die mit einer computerisierten Welt aufgewachsen sind. Im Militär werden sie an Geräten ausgebildet aus den Anfängen des Kalten Krieges. Das kann nicht ernst genommen werden. Die Armeeführung hat einen ersten Schritt unternommen und will die Computerunterstützte Ausbildung ausbauen.

 

Meiner Meinung nach gehört zu einem souveränen und selbstsicheren Staat eine Armee. Wie diese aussehen soll, muss immer wieder neu diskutiert werden. Panzer braucht es weniger, auch auf gewisse Waffensysteme können wir verzichten. Die Luftwaffe gehört für mich sicher dazu. Wir müssen auch in der Luft unsere Souveränität durchsetzen können. Auch in diesem Augenblick überwachen zwei Jets der Luftwaffe den Schweizer Luftraum. Ich bin deshalb der Meinung, dass wir die neuen Kampfflugzeuge, die aktuell zum Kauf geprüft werden, kaufen sollten. Damit könnten wir die alten Tiger ersetzen und die Schweiz als das präsentieren was sie ist: Modern und zukunftsgerichtet. Damit hätten wir auch ein weiteres Puzzleteil für unsere Sicherheit.

 

Ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft sicher sind in unserem Land. Ein Land mit einem Service public, der für alle die gleichen Leistungen erbringt. Egal, ob er auf dem Land oder in der Stadt wohnt.

 

Ich wünsche mir ein Land, das mithilft den Klimawandel zu stoppen und eine Vorbild Rolle einnimmt im Klimaschutz. Aktuell tourt die grösste Schweizer Fahne durch die Schweiz und die Leute können darauf unterschreiben und so den Klimaschutz unterstützen. Diese Fahne geht dann im Dezember nach Kopenhagen, wo ein neues Klimaabkommen aller Staaten ausgehandelt wird. Ich hoffe auf ein griffiges Abkommen. Ich hoffe, dass unsere Generation die richtigen Entscheide trifft. Damit auch die nächste Generation sicher in der Schweiz leben kann.

 

Ich wünsche mir ein Land, das über seine Zukunft diskutiert. Wollen wir den EU-Beitritt oder nicht? Was bringt mehr Sicherheit? Ich habe mich bisher gegen den EU-Beitritt ausgesprochen. Ich merke aber je länger je mehr, dass dies wohl nicht die Zukunft ist. Wir müssen zu viele Sachen ungesprochen von der EU übernehmen. Meine Schweiz diskutiert mit und mischt sich ein und setzt sich für die eigenen Anliegen ein. Die Diskussion müssen wir führen und die Vor- und Nachteile gut abwägen.

 

Und zum Schluss wünsche ich Ihnen - werte Anwesende - alles Gute und viel Sicherheit! Weiterhin einen schönen 1. August.

 

Adrian Wüthrich, Gemeinderat, Huttwil