Wird es in der Region Huttwil Herznotfallgruppen geben?
| Von wuethrich @ 07:08 | [ Region ] |
Im Sommer wurde ich mit der Leitung der Arbeitsgruppe betraut, die Abklärungen treffen soll, ob für unsere Region eine Herznotfallgruppe organisiert werden kann. Ich habe mich in sehr kurzer Zeit ins Thema eingearbeitet und einen konkreten Vorschlag erarbeitet. Natürlich sind noch nicht alle Details abgeklärt. Aber es zeigte sich sehr schnell, dass wir mit den Feuerwehren eine Organisation haben, die sehr rasch bei Patientinnen und Patienten sein können und sehr gut ausgebildet sind.
Wir könnten in der Region Huttwil die ersten Gemeinden sein, die so etwas einführen. Dazu bräuchten wir auch die Unterstützung des Kantons und der Gebäudeversicherung. Der Grosse Rat hat bereits mit einem unverbindlichen Postulat (Prüfauftrag an die Regierung) fast einstimmig beschlossen, dass im Kanton Bern sogenannte Erstversorgersysteme eingeführt werden sollen.
Damit können wir in unserer Region Leben retten. Die Probleme mit den Herzen nehmen in unserer Gesellschaft in Zukunft eher noch zu. Auf jeden Fall bin ich nun gespannt über die Reaktion der Feuerwehren und Gemeinden, ob sie (freiwillig) mithelfen wollen. Hier nähere Informationen aus dem Kanton Solothurn.
Hier die offizielle Medienmitteilung:
Aus dem Stadthaus Huttwil
Interessenabklärung für Herznotfallgruppe
Eine Arbeitsgruppe hat in den Sommermonaten ein Konzept für die Gründung von Herznotfallgruppen in den Gemeinden ausgearbeitet. Am 21. September 2009 wurde das Konzept den Vertretern von Feuerwehr und Behörden der ehemaligen Gemeinden des Spitalverbands Huttwil vorgestellt. Die Gemeinden sollen bis am 30. November 2009 entscheiden, ob das neue Angebot eingeführt werden soll oder nicht.
Im Zusammenhang mit der vorgesehenen Reduktion des Ambulanzdienstes vom 24-Stundenbetrieb auf den Tagesbetrieb per 1. Januar 2010 wurde in Absprache mit Regierungsrat Perrenoud die Einrichtung einer sogenannten First-Responder-Organisation geprüft. Diese Organisation hätte bis zum Eintreffen der Ambulanz die medizinische Erstversorgung sicherstellen sollen. Im Rahmen der Abklärungen durch die eingesetzte Arbeitsgruppe zeigte sich rasch, dass eine solche Organisation aufgrund der zahlreichen Einsätze unmöglich als Milizsystem betrieben werden könnte. Deshalb wurde diese Idee nicht mehr weiter verfolgt. Die Gemeinden deponierten im Rahmen der Abklärungen und auch am Informationsabend zu Händen der SRO-Verantwortlichen klar, dass die Erwartung besteht, dass bei 3 nötigen Ambulanzen für die Notfallversorgung der Region Langenthal eine in Huttwil stationiert sein soll.
Herznotfallgruppe nach dem Muster des Kantons Solothurn
Aus der Mitte der erwähnten Arbeitsgruppe wurde vorgeschlagen, unabhängig von der Ambulanzstandortfrage die Einführung von Herznotfallgruppen zu prüfen, wie dies im Kanton Solothurn seit 9 Jahren mit Erfolg praktiziert wird. Im Kanton Solothurn hat der grösste Teil der Gemeinden dieses Angebot eingeführt. Seit Juli 2000 werden die Einsätze und die Erfolge der Feuerwehren statistisch erfasst. Von Juli 2000 bis Dezember 2007 wurden im Kanton Solothurn 1'386 Einsätze durch die Herznotfallgruppe verzeichnet, das entspricht durchschnittlich 2.25 Einsätzen pro tausend Einwohnern und Jahr. Von 100 Einsätzen konnten 17 Personen im Alter zwischen 11 und 79 Jahren erfolgreich reanimiert werden, d.h. 17 Personen haben nach dem Einsatz der Herznotfallgruppe noch mindestens 1 Jahr gelebt.
Feuerwehr ist kostengünstig und schneller als der Rettungsdienst
Bei Herznotfalleinsätzen ist der Zeitfaktor im Wesentlichen entscheidend für den Erfolg. Im Kanton Solothurn werden die Einsatzzeiten statistisch erfasst. Während die Rettungsdienste (Ambulanz) nach Eingang des Alarms für die Erreichung des Patienten rund 11 Minuten benötigten, waren die Notfallgruppen bereits nach knapp 6 Minuten vor Ort und konnten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die entscheidenden Sofortmassnahmen einleiten. Aufgrund dieser Erfahrungen schlägt die Arbeitsgruppe den Gemeinden vor, diese Aufgabe den Feuerwehren zu übertragen. Adrian Wüthrich, Präsident der Arbeitsgruppe, rechnete den knapp 40 Anwesenden am Beispiel von Huttwil vor, dass beim Aufbau eines solchen Angebots einmalige Kosten von knapp 10'000.00 Franken für Ausrüstung und Ausbildung entstehen würden. Die wiederkehrenden Kosten werden mit rund Fr. 6'000.00 veranschlagt, wobei in diesem Betrag die Kosten für 5 – 6 Einsätze (so viele Einsätze wurden für die Gemeinde Huttwil pro Jahr prognostiziert) bereits eingerechnet sind.
Gemeinden werden zur Stellungnahme eingeladen
Die Gemeinde- und Feuerwehrvertreter wurden gebeten, die allfällige Einführung des neuen Angebots in den zuständigen Gemeindegremien zu diskutieren und der Gemeinde Huttwil zu Händen der Arbeitsgruppe bis 30. November 2009 zu melden, ob das Angebot eingeführt werden soll oder nicht. Danach wird die Arbeitsgruppe analog den Regelungen im Kanton Solothurn mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion und der GVB Kontakt aufnehmen und die Möglichkeiten zur Mitfinanzierung der Pilotphase zu prüfen. Die Region Huttwil könnte als Pilotregion dienen, da der Grosse Rat im November 2008 fast einstimmig ein Postulat überwiesen hat, das den Aufbau von einem Erstversorgersystem fordert.
Hier das Fahrzeug der Feuerwehr Zofingen für die Einsätze der Herznotfallgruppe:














