2009-11-29

Der Himmel über der Schweiz ist nicht genug gross: Ja zum Minarettverbot - Nein zum Stimmrecht 16

Von wuethrich @ 16:54 [ Politik ]

Der heutige Sonntag war vollgepackt von vielen interessanten Entscheiden. Ein unpolitischer Entscheid hat mir sehr gefallen: YB gewann gegen Verfolger FC Basel mit 2:0. Zwei schöne Tore. Ähnlich gewonnen haben gestern Abend unser Huttwil Falcons gegen Verfolger Schlittschuclub Lyss mit 5:3 (1. Liga-Hockey).

Die Abstimmung auf kantonaler Ebene über das Stimmrechtsalter 16 war für mich nie spannend. Es war für mich schon immer klar, dass wir spätestens bei der Abstimmung eine Niederlage einfahren werden. So ist es heute gekommen. Leider knüppeldick. Knapp 25 Prozent haben Ja gesagt, mehr als 75 Prozent der Stimmberechtigten haben Nein gesagt. Es musste so kommen. Viele junge Menschen zwischen 16 und 18 Jahren wollen das Stimmrecht noch gar nicht. Ich frage mich, ob die über 18jährigen es überhaupt wollen. Das war aber die falsche Frage. Diejenigen, die sich dafür interessieren, sollte man abstimmen und wählen lassen. Wie bei den Erwachsenen. Der Kanton Bern hat eine Chance verpasst. Zum Glück ist es nicht ein so enorm wichtiges Thema für unseren Kanton. Stimmrechtsalter 16 ist ein "Nice to have" nicht ein "Must to have". Insofern kann ich mit dem Nein leben, die hohe Ablehnung ist schade.

Das Minarettverbot wird durch das heutige Ja zur Initiative also in unsere Bundesverfassung geschrieben. Ich bin enttäuscht von diesem Resultat. Es ging nicht um die Minarette, sondern um den Islam an sich. Offenbar hat ein grosser Teil der Bevölkerung Angst vor dem Islam. Das verstehe ich. Auch ich ärgere mich und bin betroffen, wenn ich in der Zeitung wieder von skandalösen Sharia-Urteilen oder anderen uns fremden Bräuchen und Riten aus der islamischen Welt lese. Alle haben ihre Religion und sollen dies frei ausüben können. Das ist ein Wert unserer Gesellschaft. Das steht in unserer Bundesverfassung. Aber diesen haben wir heute aus Angst geopfert.

Das Signal, das wir in die Welt gesendet haben, ist für die Schweiz in Zukunft sicher negativ. Damit werden wir uns keine Freunde machen. Wir können über den Islam und die in der Schweiz lebenden Islam-Gläubigen reden. Auch ich hätte einige Fragen. In der Schweiz sind sie eine kleine Minderheit. Wir müssen alle Minderheiten respektieren und mit allen leben können. 

Ein interessantes Ergebnis gab es im Kanton Waadt. Die Bevölkerung lehnt neue AKWs ab. Dies ist sicher ein starkes Signal für die kommenden Abstimmungen. 

Kantonal und kommunal wurde heute auch gewählt. Roberto Zanetti hat im Kanton Solothurn ein sehr gutes Resultat erziehlt. Ich hoffe, dass er als Nachfolger von Ernst Leuenberger in den Ständerat einziehen kann. In Thunstetten wurde der Gemeindepräsident Markus Quaile knapp abgewählt. Neu wird ein SVP-Gemeinderat die Gemeinde präsidieren.

Offenbar ist der Himmel über der Schweiz nicht genug gross. Hier das Nein-Plakat zur Minarettverbotsinitiative:

 

 


2009-11-28

Ich mache Werbung für Eheringe... und für mich

Von wuethrich @ 10:13 [ Varia ]

Meine Frau und ich haben nach den obligaten 100 Tagen Ehe das Dankesschreiben verschicken wollen. Bundesräte geben nach 100 Amtstagen normalerweise ihre erste Medienkonferenz oder etwas ähnliches. Auf die Medienkonferenz haben wir verzichtet. Berichten könnten wir nur Positives aus unserem Eheleben (das Negative kommuniziert man eher nicht, wie Herr alt Bundesminister Jung erzählen könnte), das sich eigentlich nicht stark verändert hat.

Sandra und ich sind an unserem 100. Ehetag gemütlich essen und wellnessen gegangen. Die sechs Wochen Militärdienst hat unsere Ehe auch knapp überstanden... 

Eben, endlich wollten wir allen, die uns beschenkt, beglückwünscht oder bedient haben danke sagen. Ich kann an dieser Stelle den Dank wiederholen: Merci an alle für die netten Wünsche, die vielen Geschenke und die schönen Momente, die wir rund um unsere Hochzeit erleben durften. 

Bedankt haben wir uns auch bei Urs und Marianne Dubach. Bei ihnen haben wir unsere Eheringe gekauft. Wie fast alles für unsere Hochzeit haben wir auch unsere Eheringe in Huttwil gekauft. Urs und Marianne haben nun unser Kärtli auf ihre Website aufgeschaltet. Hier zu sehen. So werden Sandra und ich noch zu Werbepersonen ;-) Schon einmal habe ich Werbung gemacht. 1999 habe ich für Schär Optik Huttwil in einem Inserat für ihre Brillen geworben. Bis jetzt habe ich noch jede Brille da gekauft.

Eigentlich aber mache ich ja Werbung für mich als Politiker... Als Grossratskandidat für die Wahlen vom 28. März 2010 werde ich die Werbetrommel zusätzlich rühren dürfen. Sie dürfen es gerne weitersagen - Mund zu Mund Werbung ist die beste Werbung: Die Region Huttwil mit Adrian Wüthrich in den Grossrat! Dazu wird sicher an dieser Stelle noch mehr zu lesen sein...

 

 

 

 

 

 


2009-11-27

Ein Politik-Tag wie er im Buche steht - oder was ein Gemeinderat so tut

Von wuethrich @ 20:13 [ Politik ]

Ein Tagebuch führe ich in diesem Blog ja nicht. Aber der heutige Tag zeigt die schöne Vielfältigkeit meiner Arbeit für den SEV und für die Gemeinde.

Heute Morgen: Meine Arbeitskollegin und Nationalrätin Edith Graf aus dem Kanton Thurgau schafft es nicht um 8.30h nach Bern. Ich kann zu Hause noch eine halbe Stunde länger Mails beantworten. Wir besprechen unser Geschäft später. Gerade als ich gehen will schreibt mir Beatrice ein Mail, ob ich mich einsetzen könne, dass der Bus von Weier her in Huttwil Anschluss auf den Zug nach Luzern hat. Dies ist mit dem neuen Fahrplan leider nicht mehr möglich, weil die Fahrzeiten so knapp sind. 

In Bern angekommen debattieren wir mit der SEV-Vizepräsidentin über die interne Position des SEV zu den neuesten Entscheiden über die Bahnpolizei. Die SBB macht etwas. Das Parlament hat ein neues Gesetz vorbereitet. Die Kantone haben nicht Freude. Dazwischen stehen unsere Mitglieder, die völlig verunsichert ihren Job machen. Es geht darum Klarheit zu schaffen, damit wir im Parlament entsprechend Einfluss nehmen können. Ich darf ein Factsheet erarbeiten.

Sofort zur nächsten Sitzung. Als Gemeinderat bin ich in den Vorstand der Bernischen Ortspolizeivereinigung gewählt worden. Ich treffe wegen der Terminkollision etwas später ein. Man diskutiert über die Ausbildung der Gemeindepolizisten. Ich wünschte, dass wir uns auch einsetzen, damit die Regierung die geplanten Polizeistellen erhöht, damit wir in den Gemeinden genügend Polizeipräsenz haben. In Huttwil wird ab Februar ein Polizist weniger seinen Dienst tun.

Von Bern reise ich nach Sumiswald-Grünen. Die Genossenschaft Musemusbahn Emmental will den Gemeinden und den Medien ihr Projekt vorstellen. Auf der bald fast stillgelegten Strecke Huttwil-Sumiswald-Wasen sollen historische Bahnen fahren. Dafür müssten BLS und Kanton einverstanden sein. Die Gemeinden sind es sicher. Touristisch wäre es ein sehr gutes Projekt. Die Strecke könne auch für Ausbildungsfahrten genutzt werden. Wissen wird ausgetauscht. Durch meinen Einsatz für die Strecke habe ich viel erfahren, was ich weitergeben kann. Im Wagen gezogen durch drei Dampflokomotiven fahren wir nach Huttwil und werden unterwegs verköstigt. Das habe ich noch nie erlebt. 

In Huttwil angekommen zurück ins Büro Mails checken. Die Solothurner Zeitung wollte noch etwas über die Herznotfallgruppe schreiben. Dann weiter nach Herzogenbuchsee. Ich vertrete die Gemeinde Huttwil an der Delegiertenversammlung der Region Oberaargau. Es wird über den regionalen Teilrichtplan Abbau und Deponie diskutiert. Für Huttwil ist unser eigenes Kieswerk Hüswil wichtig, aber das liegt auf Luzerner Boden. Die Sitzung ist schnell vorbei. Apéro. Bekannte Gesichter. Austausch.

Auf dem Nachhauseweg Besuch bei meinem Bruder in der Werkstatt unserer Wüthrich Haustechnik GmbH. Beim Feierabendbier disktieren wir den Geschäftsgang. Alles läuft tiptop. Ideen für das Kundenweihnachtsgeschenk werden diskutiert.

Zu Hause warten auf meine Frau, die von der Arbeit kommt. Nachtessen. Austausch. So und jetzt gehen wir an den Weihnachtsmärit. Sehen wir uns? Noch bis Sonntag ist er offen.

 

 


2009-11-26

Uni Bern besetzt gewesen - Herr Rektor meldet sich an alle Studierenden

Von wuethrich @ 13:02 [ Politik ]

Ich bin immer noch an der Uni Bern immatrikuliert. Bis am 5. März 2009 muss ich noch meine Masterarbeit als Abschluss meines Masterstudiums in Public Management und Politik schreiben. Das baldige Studiumende ist für mich (hoffentlich) in greifbarer Weite. Der Uni-Betrieb ist es schon länger. Von 2005 bis 2007 war ich aktives Mitglied im Studierendenrat der Uni Bern und habe mich intensiv für die Anliegen der Studierenden eingesetzt.

In den Studentenrat wurde ich in einer demokratischen Wahl bestimmt. Und dieser Studentenrat ist ein offizielles Gremium der StudentInnenschaft Uni Bern (SUB). Die SUB vertritt gemäss Uni-Gesetz die Interessen der Studierenden. Wir hatten oft nicht die gleiche Meinung wie die Uni-Leitung. Aber wir haben auf demokratischem Weg für unsere Interessen gekämpft.

Einen anderen Weg haben einige Studierende in den letzten Tagen gewählt. Sie haben die schöne Aula im Uni-Hauptgebäude "besetzt". Die Aula ist normalerweise vom Morgen bis am Abend belegt mit Vorlesungen. Entsprechend wurde mit der Besetzung der Uni-Betrieb erschwert. Gelitten haben alle Studierende, die einfach ihre Vorlesung besuchen wollten. 

Die Anliegen der "Besetzer" der Aula sind teilweise berechtigt. Eine Verschulung der Uni darf nicht Zukunft sein. Allerdings hat Bologna viel Gutes gebracht. So muss nicht mehr auf eine alles entscheidende Prüfung gelernt werden, sondern man kann nach jedem Semester eine Vorlesung abschliessen und kommt so Schritt für Schritt zum Abschluss. Meinen Master in Public Management und Politik würde es wohl ohne Bologna auch nicht geben.

Eine differenzierte Betrachtung wäre also angezeigt. Dies betrifft auch die Vorschläge für das neue Uni-Gesetz, das in den kommenden Monaten im Grossen Rat behandelt wird. Der geplante Uni-Rat ohne Vertretung der Studierenden ist sicher nicht das Beste. Dafür aber gleich die Uni zu besetzen und eine solchen Radau zu machen ist für die Sache nicht förderlich. Gut war es, dass durch die aufmerksamen Medien das Problem nun in die Öffentlichkeit getragen wurde. Jetzt müssen aber konstruktive Gespräche geführt werden. Herr Rektor Würgler und die SUB sind sicher dazu bereit. Das zeigt auch das Mail vom Rektor, das heute an alle Studierenden verschickt wurde:

Liebe Studentin, lieber Student der Universität Bern

Die Aula im Hauptgebäude der Universität Bern war seit dem 17. November 2009 besetzt. Ab heute Donnerstag steht sie wieder zur Verfügung und der Studienbetrieb kann überall regulär stattfinden.

In den letzten Tagen haben wir zahlreiche Reaktionen von Studierenden bekommen. Viele von Ihnen haben sich über Verschiebungen im Studienbetrieb geärgert. Ich bedaure die für Sie entstandenen diversen Unannehmlichkeiten sehr.

Der Universitätsleitung ist es ein Anliegen, eine Diskussion über die Schwächen bei der Umsetzung des Bologna-Systems zu führen. Sie hat immer darauf hingewiesen, dass Verbesserungen nötig seien, und entsprechende Schritte wie eine Überprüfung der Studienpläne in die Wege geleitet. Auch die Frage der Präsenzpflichten, die nicht dem Gedanken von Bologna entspricht, gehen wir an.

Die Universitätsleitung ist daran interessiert, die angestossene Diskussion in einem von der StudentInnenschaft der Universität Bern (SUB), welche die Anliegen aller Studierenden vertritt, organisierten Rahmen weiter zu führen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Abschluss des Semesters und der Prüfungen sowie ein erfolgreiches Studium.

Mit freundlichen Grüssen

Prof. Dr. Urs Würgler
Rektor



2009-11-25

Lohnschere wird grösser - Manager erhalten immer mehr - Militärsoldschere 1:19

Von wuethrich @ 15:59 [ Politik ]

Die Lohnschere in der Schweiz nimmt weiter zu. Wer viel verdient, erhält tendenziell auch in Zukunft mehr. Auf der anderen Seite erhalten die Beschäftigten in den tieferen Lohnklassen nicht gleich viel Lohnerhöhungen. Das ist das Resultat einer wissenschaftlichen Arbeit des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB).

Die Grafik unten zeigt es: Die Mitglieder des Topmanagements erhielten zwischen 2006 und 2008 durchschnittlich 8.5 Prozent mehr Lohn (Teuerung bereits abgezogen). Beschäftigte ohne Kaderfunktion dagegen erhielten im gleichen Zeitraum real gar weniger Lohn, nämlich minus 0.5 Prozent. Folglich konnten die Lohnerhöhungen die Teuerung nicht übertrumpfen. Mit dem gleichen Franken kann ein Beschäftigter nun weniger kaufen (weil die Güter teurer geworden sind).

Die Lohnschere zwischen oben und unten wurde also in den wirtschaftlich guten Jahren grösser. Für den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft ist diese Entwicklung nicht gut. Auch die Frauenlöhne haben sich nicht gross verbessert. Das heisst, dass Frauen für die gleiche Arbeit immer noch weniger verdienen als wir Männer. Das darf nicht sein.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass es gerade in der Branche Landverkehr (öffentlicher Verkehr, Strassenverkehr) eine grosse Verschiebung gab. Die Kader verdienten bis zu 10 Prozent mehr, die Beschäftigten mussten ein minus von real 0.1 Prozent hinnehmen. Die aktuellen Lohnverhandlungen in den Betrieben muss dieses Resultat zur Kenntnis nehmen. Es braucht mindestens eine Lohnerhöhung, damit die Teuerung ausgeglichen ist. Dafür müssen die Gewerkschaften kämpfen.

Ein Mittel für mehr Lohngerechtigkeit hat die JUSO Schweiz vorgeschlagen: Die 1:12-Initiative. Der höchste Lohn in einer Unternehmung soll nur noch 12mal grösser sein als der tiefste Lohn. Ob die Initiative wirklich umsetzbar ist, kann ich nicht beurteilen. Die Logik dahinter ist aber einleuchtend.

Im Militär wird die 1:12-Initiative während der Rekrutenschule übrigens nicht eingehalten punkto Sold und Soldzulage: Der Kompaniekommandant erhält einen 19mal höheren Sold und Soldzulage als der Soldat. Falls die 1:12-Initiative angenommen wird, müsste auch die Schweizer Armee über die Bücher. Die Soldzulage erhalten die Kader nur während dem Abverdienen und ist als Anreiz zu verstehen. Während dem WK ist die Armee dann mustergültig: Der Soldat erhält 5 Franken, der Kompaniekommandant 16 Franken Sold pro Tag.

Eine weitere Initiative wird zur Zeit auch diskutiert: Per Initiative soll erreicht werden, dass Mindestlöhne bezahlt werden. Die Löhne werden also in den kommenden Jahren ein Thema in der nationalen Politik sein. Angefangen bei der Abzockerinitiative nächstes Jahr. Die Manager sind selber Schuld...

 

 
 

 

 


2009-11-24

BLS übernimmt 2011 die Bahnstrecke Luzern-Huttwil-Langenthal: Moderne Züge endlich auch im Langetental

Von wuethrich @ 09:21 [ Region ]

Am 29. Oktober haben die BLS und die SBB mitgeteilt, dass sie ihre Zuständigkeiten in verschiedenen Landesgegenden vereinfachen wollen. Auf der Oberaargauer Strecke Langenthal-Huttwil fahren nämlich BLS- und SBB-Züge gemischt, je nach dem welche (Luzerner) S-Bahn fährt (S6 oder S7). Die SBB setzen eher ältere Züge ein, die BLS die bekannten, allerdings renovierten Züge.

Neu wird die BLS alleine zuständig sein für die Züge ab Luzern via Wohlhusen nach Langnau bzw. Huttwil-Langenthal. Eine grosse Komposition soll ab 12. Dezember 2010 jeweils von Luzern nach Wohlhusen fahren. Da wird der Zug "halbiert": Ein Teil fährt nach Langnau (die Zeit reicht nun endlich) und ein Teil fährt nach Huttwil-Langenthal.

Für das neue Konzept muss die BLS neue koppelbare Züge einsetzen. Gemäss Mitteilung der BLS wird sie die 13 neuen und bereits erneuerten GTW-Züge, die noch die Regionalverkehr Mittelland AG gekauft hat, neu auf den Strecken nach Luzern einsetzen. Das sind moderne Niederflurfahrzeuge mit automatischer Kupplung. Allerdings wird wohl nur die stündliche S6 mit den neuen Zügen fahren wegen dem Flügelzugkonzept. Die S7 fährt auch stündlich (was den Halbstundentakt ergibt) und pendelt zwischen Langenthal-Huttwil-Wohlhusen, wo sie Anschluss auf den Regioexpress Bern-Luzern hat. Es bleibt zu hoffen, dass dann der Halbstundentakt über die Kantonsgrenze angeboten werden kann. Für den kommenden Fahrplanwechsel ist das nicht möglich. Dank der neuen Fahrzeuge könnte es sogar wieder möglich sein die Haltestelle Gondiswil stündlich zu bedienen. Obwohl wir gerade gestern bekannt gegeben haben, dass die Gemeinde Huttwil und Gondiswil den Bürgerbus ausbauen, weil der Zug nicht mehr hält in Gondiswil. Wir werden sehen. Fahrplanentwürfe liegen ab März 2010 auf.

Positiv: Wir werden im Langetental neue Züge erhalten. Neben den neuen Star-Zügen der ASm wird auch die BLS mit neuem Rollmaterial fahren. Es bleibt zu hoffen, dass die BLS-Lokführer ihr Depot (und damit ihren Arbeitsbeginn) in Huttwil behalten können.

Am nächsten Abstimmungswochenende stimmen die Luzerner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen Kredit für den Tiefbahnhof Luzern ab. Das Resultat wird auch für unseren öV in der Region wegweisend sein. Nur bei genügend Platz können die Züge in Luzern einfahren.

Hier Bilder eines GTW von aussen und innen:

 

 


2009-11-14

Die Landwirtschaft liegt mir am Herzen - SP-Fraktion nimmt Stellung zur Landwirtschaftspolitik

Von wuethrich @ 11:37 [ Politik ]

Meine Vorfahren waren traditionelle Bauernfamilien. Meine Onkel führen die Betriebe der Grosseltern mütterlicher- wie väterlicherseits weiter. Dasselbe gilt für meine Frau. Aufgrund dieser Wurzeln interessiert mich die Landwirtschaftspolitik. Früher habe ich alle meine Ferien bei meinen Grosseltern auf dem Bauernhof verbracht und tatkräftig im Stall und auf dem Feld mitgeholfen. Wie es ist eine Mistgabel in den Händen zu halten, weiss ich also aus eigener Erfahrung;-)

Die SP-Fraktion hat gestern und heute über die Landwirtschaftpolitik diskutiert und ihre Position für die ausserordentliche Session erarbeitet. Für unsere Region hat die Landwirtschaft immer noch eine grosse Bedeutung (die Landwirtschaft macht noch 4% des BIP aus). Entsprechend sind die Auswirkungen der Schweizer Landwirtschaftspolitik in unserer Region deutlich spürbar. Viele Landwirtschaftsbetriebe sind in den letzten Jahren verschwunden. Und offenbar geht der Strukturwandel noch weiter. Viele Bauernhöfe werden nur noch als Wohnraum genutzt, das Land verpachtet oder verkauft, damit andere Bauern eine grössere Fläche bewirtschaften können. Wer wird die ehemaligen Bauernhöfe unterhalten? Sollen sie als Wohnraum weiter genutzt werden können? Das wird das Bild unserer Region verändern.

Die Position der SP-Fraktion scheint mir pragmatisch zu sein, wie die heutige Medienmitteilung zeigt:

SP-Fraktion will zukunftstaugliche Schweizer Landwirtschaft

Im Hinblick auf die ausserordentliche Session zur Landwirtschaftspolitik hat die SP-Bundeshausfraktion heute die Zukunft der Landwirtschaft thematisiert und legte Eckpfeiler für eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik fest. Diese stellt sicher, dass Landwirte ein angemessenes Einkommen haben und Konsumentinnen qualitativ hochwertige Produkte erhalten, die im Einklang mit der Natur hergestellt werden.

„Der Bund hat mit den Direktzahlungen ein hervorragendes Lenkungsinstrument zur Hand.“, sagt der Bündner SP-Nationalrat Andrea Hämmerle. „Diese Direktzahlungen müssen jedoch stärker auf ökologische Mehrleistungen ausgerichtet werden. Es soll eine auf Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtete Qualitätsstrategie der Schweizer Ernährungswirtschaft verfolgt werden.“

Für die SP-Fraktion stehen drei wesentliche landwirtschaftliche Forderungen im Zentrum:

  • Qualität statt Billigproduktion: Die Wertschöpfung des Agrarsektors soll durch Qualitätsproduktion, spezielle Labels und Herkunftsbezeichnungen erhöht werden und die Lebensqualität im ländlichen Raum soll durch eine auf die Erhaltung der Kulturlandschaften ausgerichtete Raumplanungs- und Wirtschaftspolitik gesteigert werden.
  • Gerechte Preise für alle: Die SP unterstützt die gerechte Abgeltung der Leistung der BäuerInnen über Preis und Direktzahlungen. Die KonsumentInnen dürfen nicht doppelt zur Kasse gebeten werden, indem sie gleichzeitig mit Steuern Subventionen finanzieren und zu hohe Konsumpreise für die landwirtschaftlichen Produkte bezahlen müssen. So müssen insbesondere die Margen des Zwischen- und Detailhandels weiter sinken.
  • Qualitätsstrategie dank einem Abkommen mit der EU: Die SP unterstützt die Verhandlungen mit der EU im Agrar-, Lebensmittelsicherheits- und Gesundheitsbereich. Die Öffnung ist eine Chance für die Entwicklung einer Qualitätsstrategie. Der Agrarsektor muss sich auf einen Abbau des Grenzschutzes einstellen. Je länger dieser hinausgezögert wird, desto grösser ist der Anpassungsbedarf und desto kleiner sind die Chancen, Marktanteile in der EU zu gewinnen.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft muss aus Sicht der SP sozialverträglich gestaltet werden. Das gilt für Bauernfamilien und landwirtschaftliche Angestellte genauso wie für andere Branchen. Es sollen Umschulungen für Personen, die ihre bisherige Berufstätigkeit aufgeben möchten, finanziert werden. Die SP fordert ferner einen Gesamtarbeitsvertrag für die Angestellten in der Landwirtschaft, der einen Mindestlohn und gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit garantiert.

Ich bin gespannt wie das Parlament entscheiden wird. 

Unten ein Bauernhof, der nicht mehr in Betrieb ist. Land und Stall sind verpachtet an einen anderen Bauer. Zwei Wohnungen wurden eingebaut (wo ich und meine Frau früher einmal gewohnt haben):

 

 

 

 


2009-11-10

Huttwiler Jugendliche für Stimmrechtsalter 16

Von wuethrich @ 23:36 [ Huttwil ]

Am Montagabend haben Reto Stalder, Generalsekretär der Jungen EVP, wohnhaft in Huttwil und ich eine kleine Aktion zum Stimmrechtsalter 16 gemacht. Wir haben Jugendliche eingeladen, die gerne mit 16 stimmen und wählen würden. Es sind mehr gekommen als ich erwartet habe. Ich habe die Gäste im Gemeinderatszimmer begrüsst, wo wir auch ein Foto gemacht haben. Unten die offizielle Medienmitteilung.

So, damit wäre wieder einmal ein Beitrag gepostet. Ferien und Militär hindern mich am Bloggen, dabei gäbe es soviel. Bin heute auch zum Grossratskandidaten nominiert worden...

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Jugendliche kämpfen für das Stimmrechtsalter 16

Dass die Jugendlichen rund um Huttwil durchaus an der Politik interessiert sind, zeigten heute 13 Jugendliche im Stadthaus Huttwil: Sie möchten bereits ab 16 Jahren an die Urne gehen. Nun hoffen sie, dass das Stimmrechtsalter 29 im November vom Berner Stimmvolk angenommen wird.

Um der landläufigen Meinung, die Jugend sei politikfaul, entgegenzutreten, trafen sich heute 13 Jugendliche im Stadthaus in Huttwil. Abstimmungen wie die Hanfinitiative (Nov. 08) oder aktuell die Minarettinitiative beschäftigen auch sie. Ihre Hoffnung: „Wir wollen zwischen 16 und 18 Jahren abstimmen dürfen!“ Somit war der Ort, an dem die Huttwiler Politik pulsiert, ganz in den Händen der jungen Politikinteressierten. Und wer weiss, vielleicht auch der zukünftig aktiven Politiker der Region Huttwil. Denn: Wie man das Schwimmen bekanntlich im Wasser lernt, lernt man Politik an der Urne. Die Veranstalter der Aktion, Reto Stalder (Generalsekretär *jevp) und Adrian Wüthrich (Gemeinderat Huttwil, SP), haben jedenfalls seit ihrem 18. Geburtstag an fast jeder Abstimmung teilgenommen und hätten dies auch gerne bereits als 16-Jährige getan. Sie glauben, falls in
Zukunft ab 16 Jahren abgestimmt werden dürfte, könnten noch mehr Jugendliche für die Politik begeistert werden.

Falls die Initiative am 29. November vom Berner Stimmvolk angenommen wird, würde der Wunsch der Jugendlichen schon bald in Erfüllung gehen. So dürften all diejenigen, welche über 16 Jahre alt sind, bereits ab dem Jahr 2010 an die Urne gehen.