Weil die Politik für den öffentlichen Verkehr auch gut fürs Klima ist und die Klimapolitik folglich gut ist für die öV-Politik, engagiert sich der Eisenbahnerverband SEV für die Klima-Initiative. Ich vertrete den SEV im Vereinsvorstand und verfolge die Klimapolitik deshalb interessiert mit.
Gestern hat die nationalrätliche Umweltkommission über die Revision des CO2-Gesetztes beraten. Positiv: Die 20% Einsparungen sollen im Inland realisiert werden. Negativ: 20% reichen nicht, um zu verhindern, dass die globale Erderwärmung die gefährlichen +2 Grad nicht übersteigt. Es braucht 30 Prozent CO2-Einsparung wie es die Klima-Initiative fordert. Dafür werde ich mich einsetzen. Hier die gestrige Medienmitteilung des Vereins Klima-Initiative:
UREK des Nationalrates beschliesst Revision des CO2-Gesetzes:
Gute Klima-Politik würde sich für die Schweiz lohnen
Die breite Trägerschaft der Klima-Initiative begrüsst das Eintreten der nationalrätlichen Kommission, hält das beschlossene Reduktionsziel jedoch noch für ungenügend. Die Schweiz ist als Alpenland besonders negativ vom Klima Wandel betroffen. Die von der UREK des Nationalrates beschlossenen Reduktionsziele genügen zudem nicht, um die in Kopenhagen bestätigte Beschränkung der Klimaerwärmung auf weniger als 2 Grad einzuhalten.
Auch nach Kopenhagen ist klar: Ein tief angesetztes Reduktionsziel gegenüber dem Basisjahr 1990 schadet volkswirtschaftlich und bezüglich der Lebensqualität der Schweiz. Die Schweiz droht mit einer „lauwarmen Klimapolitik“ im Stil des Bundesrats technologisch den Anschluss an die internationale Entwicklung zu verpassen. Damit sich dieses Faktum auch im Parlament durchsetzt, wird sich die Trägerschaft der Klima-Initiative weiter konstruktiv in die Revision des CO2-Gesetzes einbringen, um die anstehenden klimapolitischen Defizite der Schweiz auf Gesetzesstufe zu reduzieren. Gleichzeitig jedoch arbeitet der Verein intensiv an der Stärkung der Initiative und verstärkt die Geschäftsstelle personell und finanziell. Denn noch politisiert das Parlament klimapolitisch zu stark an weiten Teilen der Wirtschaft und der Bevölkerung vorbei. Die Klima-Initiative hat mit der klaren, knappen Botschaft und dem moderaten 30 Prozent-Reduktionsziel eine reale Chance vor dem Volk.
PS: Dass die Klima-Initiative pragmatisch und mehrheitsfähig ist, belegt aus der politisch unverdächtigen CDU der Deutsche Umweltminister Norbert Röttgen (Spiegel, 53/09): „Das 40%-Reduktions-Ziel ist Bedingung für unseren Wohlstand, weil wir damit bei den fortschrittlichen Technologien vorankommen.“ (Zitat Norbert Röttgen, CDU, Deutscher Umweltminister)
Porträt Klima-Initiative – für ein gesundes Klima
Die am 29. Februar 2008 eingereichte Initiative wird von einer Volksbewegung aus einer breit abgestützten Trägerschaft (33 Organisationen, Parteien und Verbände) mit über 1 Mio. Mitgliedern getragen. Gegenüber 1990 sollen die Treibhausgase im Inland bis 2020 um 30 Prozent reduziert werden. Die Initiative macht damit bewusst eine moderate Vorgabe. Denn: das vom Klimawandel besonders betroffene Alpenland Schweiz soll rasch einen positiven Beitrag zur Lösung gegen die drohende Temperatur-Katastrophe liefern.
Beim Unterschriftensammeln in Burgdorf im Sommer 2007 und unten bei der Einreichung der Klima-Initiative im Februar 2008 (wir haben einen Alpaufzug mit Kamel gemacht, weil es auch in der Schweiz immer wärmer wird...):