Jetzt ist der Herbst richtig angekommen. Aber bald schon kommt der Winter. Als Schneesportfan freue ich mich bereits auf den ersten Schnee. Leider kann ich wegen dem Militärdienst heuer die Skisaison nicht mit dem Skiclub Walterswil Mitte November in Saas-Fee einläuten. Wenn es wie Ende 2008 bereits im Dezember Schnee bis in unsere Lagen gibt, können wir den Skilift Walterswil vor der Weihnacht in Betrieb nehmen. Das wär's natürlich!
Bereits im August war in der Politik der Skisport ein Thema. Es ging um die Pisten-Raser und ob eine "Pistenpolizei" eingeführt werden soll. Die Zeitung mit den grossen Buchstaben setzt das Wort in die Runde. Es geht aber um Massnahmen für mehr Sicherheit in den Skigebieten. Die Verkehrskommission des Nationalrates behandelte den Vorstoss (hier klicken für den genauen Wortlaut) am 17. August 2010 und schrieb in ihrer Medienmitteilung:
Die Kommission hatte zur parlamentarischen Initiative. Rossini. Sicherheit in Skigebieten (10.433) Stellung zu nehmen. Die Initiative verlangt, dass Bestimmungen erlassen werden, damit Sicherheitsdienste von Bergbahnunternehmen in Skigebieten Personen büssen können, die gegen die Sicherheitsregeln bei Lawinengefahr verstossen. Der Initiant weist darauf hin, dass Pistenfahrer- und Pistenfahrerinnen immer wieder durch Lawinen in Gefahr gebracht werden, die von Variantenfahrern und –innen ausgelöst werden. Er will keine Pistenpolizei, sondern die Bussen sollen auch präventiv wirken. Die Mehrheit der Kommission ist jedoch der Ansicht, dass die geltenden rechtlichen Bestimmungen genügen. Skifahrer- und Skifahrerinnen können aufgrund des Straf- und Militärstrafgesetzes zur Rechenschaft gezogen werden. Haftpflichtfragen sind im Obligationenrecht geregelt. Auch will die Kommission keine Bundeslösung, sondern die Verantwortung soll bei den Kantonen bleiben. Schliesslich soll die persönliche Freiheit nicht zu sehr eingeschränkt werden. Mit 17 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung gab die Kommission der Initiative keine Folge. Eine Minderheit der Kommission erachtet die heute zur Verfügung stehenden Instrumente als ungenügend. Sie ist weiter der Ansicht, dass das Problem in Zukunft zunehmen wird, weil das Gefahrenbewusstsein bei der Bevölkerung abnimmt.
Der Nationalrat hat den Vorstoss von Stéphane Rossini (SP/VS) noch nicht behandelt. Wenn aber die Begründung der Mehrheit der Kommission gefolgt werden soll, dann sind die Kantone in der Verantwortung. Deshalb kam mir die Möglichkeit in den Sinn das Thema auf die politische Traktandenliste im Kanton Bern zu setzen, in dem ich einen Vorstoss mit ähnlichem Wortlaut im Grossen Rat einreiche. Ich bin nicht sicher, ob die Kompetenzen für die Pistenverantwortlichen ausgeweitet werden sollen.
Das Problem ist bekannt: Auch ich verstehe nicht warum man sich nicht an die Vorschriften der Bergbahnen und ihren Spezialisten halten kann. Damit gefährdet man nicht nur sich selber, sondern auch die Mitmenschen. Wer sich nicht daran hält, kann von den Verantwortlichen nicht gebüsst werden. Die Bergbahnen können das Skibillett abnehmen, ok. Aber wirkt nicht präventiv. Ich finde, man sollte den Sicherheitsdiensten der Bergbahnen Kraft ihrer Konzession die Möglichkeit geben solche Bussen auszusprechen. Wer dann nicht einverstanden ist, kann an die nächste Instanz gelangen und die Busse in Frage stellen. Auch die Gemeinden können die Kontrolle der Blauen Zone einer privaten Sicherheitsunternehmung in Auftrag geben. Der Vergleich ist nicht ganz stichhaltig, soll aber zeigen, dass bereits heute Lösungen gefunden werden, die nicht nur staatliche Personen mit der Bussenausstellung betrauen.
Soll ich einen Vorstoss lancieren? Ich werde diese Saison einmal mit Bergbahndirektoren sprechen, etwas Recherchieren und den Entscheid des Nationalrates abwarten. So oder so freue ich mich auf den ersten Schnee bis ins Flachland...
Geschwindigkeitsbegrenzungen sind ein neues Phänomen auf der Skipiste: