2010-12-30

Jedem Täli sein Spitäli? - Ambulanz Huttwil künftig im 24h-Betrieb?

Von wuethrich @ 19:06 [ Region ]

Das Gesundheitswesen ist im ständigen Umbruch. Es ist ein Gebiet, wo sehr viele Leute arbeiten und wo wir viel Geld ausgeben. Gerade die Spitallandschaft ist in ständigem Fluss. Während Mitte des letzten Jahrhunderts in jeder Berner Region ein Spital gebaut wurde, mussten ab Ende der 1990er Jahre viele davon wieder geschlossen werden. Auch im Oberaargau wurden die Spitäler Herzogenbuchsee, Niederbipp und Huttwil geschlossen. In Huttwil habe ich mich dafür eingesetzt, dass auch in Zukunft die nötigsten Gesundheitsdienstleistungen angeboten werden. In meiner Fraktion habe ich deshalb das Image des Spitalstrukturerhalters... 

Dabei sind die Spitalschliessungen angesichts der neuen Ausganslage eine Notwendigkeit. Ab 2012 wird per Gesetz ein Markt unter den Spitälern geschaffen. Wir werden keine Spitalzusatzversicherung haben, damit wir uns in einem ausserkantonalen Spital behandeln lassen wollen. Wir haben im Oberaargau jetzt noch ein Spital in Langenthal. Dieses muss so gut geführt sein, dass wir alle gerne hingehen. Und dass noch mehr Leute auch aus anderen Kantonen nach Langenthal kommen. Kleine Spitäler werden so nicht mehr berücksichtigt. Huttwil hätte keine Chance gehabt, ausser es wäre gelungen wirklich etwas Spezielles zu bieten. Aber innerhalb einer Spitalgruppe kann man das nicht an mehreren Standorten. 

Ich habe aufgrund der kommenden Veränderungen zusammen mit dem Vorstand der SP Oberaargau ein Positionspapier zur Gesundheitsversorgung im Oberaargau definiert. Fazit: Wichtig ist, dass wir voll hinter SRO stehen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass SRO eine gute Arbeit macht. Negativschlagzeilen darf es keine mehr geben. Damit können wir von den Gesundheitsausgaben von über 2.2 Milliarden Franken im Kanton Bern auch etwas in den Oberaargau lenken.

Das Papier kann (in Bälde) hier heruntergeladen werden: Zudem hat die Berner Zeitung berichtet. Der Kanton Bern überarbeitet gerade die Spitalliste. Es läuft eine Mitwirkung. Die Unterlagen dazu finden Sie hier. Der Bericht ist spannend zu lesen. Unter anderem will der Regierungsrat die Hilfsfristregel 90/15 einführen (in 90% der Fälle ist eine Ambulanz in 15 Minuten beim Patienten). Für Huttwil bedeutet dies, dass die Ambulanz wohl wieder rund um die Uhr und nicht mehr nur 12 Stunden am Tag in Betrieb ist. Zudem muss das Spitalversorungsgesetz angepasst werden. Der Regierungsrat hat Verspätung und muss die nötigen Änderungen per dringlicher Verordnung einführen. Als Grossrat kann ich dieses Vorgehen nur tadeln - die GEF umgeht das Parlament. Hier finden Sie den genauen Fahrplan des Regierungsrates.

Die Tabelle unten zeigt wo sich die Bevölkerung behandeln lässt: