2009-01-25

Rekruten im Ziviltenue in den Ausgang?

Von wuethrich @ 23:52 [ Politik ]

In der heutigen Ausgabe der Zeitung "Sonntag" hat Divisionär Eugen Hofmeister zur Lösung des dringendsten (?) Armee-Problems folgenden Vorschlag gemacht: Rekruten und Soldaten sollen während dem Dienst in den normalen, zivilen Kleidern in den Ausgang gehen. Der Herr Divisionär will keine Armeeangehörigen mehr sehen in unkorrekten Tenues.

Ich pflichte Herr Hofmeister zu, manchmal sieht man Armeeangehörige deren Uniform nicht korrekt getragen wird. Das gibt zuweilen ein sehr schlechtes Image für die Armee ab. Oft bin ich froh, dass ich nicht im Dienst bin und die Leute zur Korrektur mahnen muss (wie beim Abverdienen im Monte Ceneri, als ich mehrmals Kontrollen beim Einrücken ab Luzern machen musste).

Ich frage mich aber, ob es richtig ist, dass sich die Armee anpassen muss. Müsste nicht eher die Armee die Armeeangehörigen (ich spreche nicht nur von Rekruten und Soldaten, da ich auch schon Offiziere mit unschicklichem Tenue öffentlich gesehen habe) dazu bringen die Regeln einzuhalten statt diese zu ändern, weil man sie nicht durchsetzen kann?

Zu einem definitiven Schluss bin ich nicht gekommen. Wäre aber für Argumente zu haben. Die logische Folge wäre dann in meinen Augen, dass man mit noch weiteren "alten Zöpfen" bricht. Ich denke da ans Abtreten am Samstagmorgen statt am Freitagabend... Für Ihre Hinweise und Meinungen zum Thema bin ich gespannt. Im Herbst darf ich als Kommandant einer Kompanie (abverdienen) wieder einmal richtige Militärluft schnuppern.

Unten ein anonymes Platzhalterbild (Quelle: Internet, Näheres auf Anfrage, kenne den AdA übrigens nicht):


 



Kommentare

Andreas Kyriacou - diewahl.blueblog.ch [at] kyriacou.ch - http://www.kyriacou.ch
2009-01-26 08:29:32

Eigentlich muss nur ein alter Zopf abgeschnitten werde, die Wehrpflicht. Dann nehmen die ach so schlimmen Fälle der unschicklich getragenen Tenues mit Sicherheit deutlich ab.

unbekannt - s [at] q
2009-01-26 20:14:15

Na ja typisch. Das Kinde mit dem Bade ausschüttzen. Ein bisschen Einsatz fürs Vaterland hat noch keinem geschadet. Sogar nicht mal den Weicheiern.
Die Menschen hierzu Lande wären einer echten Krise nicht mal mehr gewachse. Dann nützt dann Jammern auch nicht mehr viel!

Peter - dezalino [at] gmail.com - http://die-welt-spinnt.blogspot.com/
2009-01-26 22:32:39

Wer in Friedenszeiten nicht einmal die elementaren Regeln durchsetzen kann, ist für den Ernstfall schon mal erledigt.

Andreas Kyriacou - diewahl.blueblog.ch [at] kyriacou.ch - http://www.kyriacou.ch
2009-01-27 21:50:11

@unbekannt
Der Einsatz fürs Vaterland kann allerdings deutlich nützlicher und ziviler erfolgen als als Werbebanner fürs Militär von Kneipe zu Kneipe zu ziehen.

Adrian Wüthrich - adrian_wuethrich [at] gmx.net - http://diewahl.blueblog.ch
2009-01-28 11:58:03

Besten Dank für die Beiträge.
@Andreas: Klar, die Armee abschaffen wäre radikalste Mittel. Es entspricht aber nicht meiner Vorstellung. Wir stehen vor tief greifenden Veränderungen. Kriege ums Wasser, um nur ein Stichwort zu nennen. Ich hoffe, dass alles besser kommt. Aber eine Armee würde ich weiterhin befürworten.

@unbekannt: Dienst am Vaterland ist etwas antiquiert ausgedrückt. Es muss nicht immer Militärdienst sein. Es gibt auch die Feuerwehr, den Zivilschutz und soziale Institutionen, wo man einen Dienst an der Gesellschaft leisten kann. Finde wichtig, dass dies in der heutigen Ego-Welt gefördert wird.

@Peter: Das habe ich als zukünftiger Kompaniekommandant natürlich auch gedacht...

Aber offenbar ist die Tenuefrage im Ausgang für die Armeeführung kein Thema.

Andreas Kyriacou - diewahl.blueblog.ch [at] kyriacou.ch - http://www.kyriacou.ch
2009-01-28 14:08:04

@Adrian
Wenn für Dich die Abschaffung der Wehrpflicht der Armeeabschaffung gleichkommt, hat die Armee wohl noch ein paar andere Sorgen als schräg sitzende Mützen.

Allerdings würde ich ohne Zögern die radikalere Variante der beiden Varianten wählen. Wir stehen in der Tat vor tief greifenden Veränderungen. Die Armee allerdings bereitet sich noch immer auf die Risiken der ersten Hälfte des letzen Jahrhunderts vor.

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