Amtsbezirke verschwinden - Amtliche Anzeiger bleiben
| Von wuethrich @ 19:21 | [ Region ] |
Am Dienstag konnte in den Zeitungen gelesen werden, dass die amtlichen Publikationsorgane weiterhin in den bisherigen Gebieten verteilt werden. Meist entspricht dies den heutigen Amtsbezirken. Im Amt Trachselwald trifft dies nicht ganz zu: Lützelflüh und Rüegsau haben den Amtsanzeiger Burgdorf. Ab 1. Januar 2010 werden die Amtsbezirke abgeschafft und an ihre Stelle die etwas grösseren Verwaltungskreise.
Huttwil gehört heute zum Amtsbezirk Trachselwald, ab 2010 zum Verwaltungskreis Oberaargau (gleich wie Eriswil, Walterswil und Wyssachen). Ab 2010 werden also im Anzeiger Trachselwald die amtlichen Meldungen der Verwaltungskreise Emmental und Oberaargau publiziert werden müssen, da dieser an Gemeinden aus beiden Kreisen geschickt wird.
Begründet wird der Status Quo damit, dass der Kanton Bern seine gesetzlichen Vorgaben noch nicht angepasst hat. Zudem hätten sich die meisten Gemeinden des Amtsbezirks Aarwangen für den Status Quo ausgesprochen. Auch in der Region Huttwil "sei gegenwärtig der Wunsch noch stark, nach dem Aufteilen des Amtsbezirks Trachselwald wengistens den gemeinsamen Anzeiger zu behalten" wird Gemeindeschreiber Lorenz Heiniger aus Wyssachen im Langenthaler Tagblatt zitiert.
Ob da die Verlierer der damaligen Abstimmung sprechen? Ich kann den Entscheid auf alle Fälle nicht verstehen. Und bin sicher, dass ich nicht der einzige bin. Wie Lorenz Heiniger wohl zu dieser Aussage kommt? Der Gemeinderat von Huttwil hat seit 2009 zu dieser Frage nie Stellung genommen (und wahrscheinlich auch 2008 nicht). An der Information der Huttwiler Parteipräsidenten (damals waren es noch 6 - am Montag wurde die BDP Huttwil gegründet, womit es zukünftig sieben sind) von Anfang Februar waren durchwegs alle der Meinung, dass sich die Region Huttwil dem Anzeiger Aarwangen anschliessen soll.
Für Huttwiler Inserenten ist so oder so mühsam, da wir an der Grenze sind. Für das politische Zusammengehörigkeitsgefühl wäre es in meinen Augen besser gewesen von Anfang an eine Änderung zu machen. Der Anzeiger ist das wöchentliche "Hallo" der öffentlichen Hand in jedem Haushalt. Er stellt eine Identifikation her. Mit dem Anzeiger Trachselwald hängen wir etwas nach, das es nicht mehr gibt. Auch die "Oberaargauer" (oder Aarwangener bei einer 2-Anzeiger-Lösung) merken nicht, dass die Region Huttwil neu dabei ist. Auf das Sitzungsgeld sollten die Mitglieder der Verwaltungskommission des Anzeigers Trachselwald ja nicht angewiesen sein. Zudem wird der Trachselwalder Anzeiger bereits in Langenthal gedruckt.
Für die Grossratswahlen ist diese Lösung für die Region Huttwil auch alles andere als praktisch. Es wird für die Parteien und Kandidierenden Mehrkosten geben. Zudem gibt es noch kein Kombi-Inserat für die Anzeiger Wangen, Aarwangen und Trachselwald.
Schade, dass man nicht eine klare Lösung gefunden hat.
Sollte Geschichte sein, wird aber noch einige Zeit überleben (einfach ohne Amt):



